Bienen sind gesund

Wer Bienenvölker verstellen möchte benötigt hierfür in Baden-Württemberg eine „Gesundheitsbescheinigung für Bienenvölker„. Hierzu werden die Bienenvölker von einem amtlich bestellten Bienensachverständigen untersucht.

Seit Ende letzter Woche ist es nun amtlich: Unsere Bienenvölker sind „frei von Erscheinungen, die auf das Vorhandensein einer anzeigepflichtigen Bienenseuche schließen oder Ihren Ausbruch befürchten lassen. “
Hauptsächlich geht es hier um die Amerikanische Faulbrut. Ein hoch ansteckendes Bakterium, welches im Regelfall den Tod der Bienenvölker bedeutet. In anderen Ländern der Welt wird diese mit Antibiotikum behandelt, bzw. latent unterdrückt. In Deutschland hingegen ist dies zum Glück nicht zulässig. Die Seuche kann jedoch auch durch Honig von anderen Imkern übertragen werden, aus diesem Grunde sollten Bienen niemals mit fremdem Honig gefüttert werden. Ein Glas infizierter Honig kann ausreichen um die amerikanische Faulbrut auszulösen.

Eine Bienenkrankheit die es also in sich hat.

Nachzucht beginnt

Die Bienenvölker haben sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt. Letzte Woche haben wir in der Rapsblüte die ersten Ableger gebildet. Nach 9 Tagen brechen wir die Nachschaffungszellen und hängen eine schlupfreife Weiselzelle ein. Nach dem Schlupf der Königin und hoffentlich erfolgreicher Begattung entwickelt sich dann bis in den Spätsommer hinein ein überwinterungsfähiges Jungvolk.

Auch unsere Königinnenzucht nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Für die erste Juniwoche erwarten wir erste begattete Königinnen.

Winterzeit = Bauzeit

In den Wintermonaten ist nun endlich Zeit Reparaturen vorzunehmen und Bienenkästen neu zu bauen. Momentan sind bei uns die Begattungskästchen an der Reihe. In diesen kleinen Kästchen schlüpfen die jungen Königinnen, gehen auf ihren Begattungsflug und legen die ersten Stifte. Anschließend können die jungen Königinnen zur Erstellung von Jungvölkern oder als Ersatzköniginnen verwendet werden. Nach dem Entnehmen der jungen Königin setzen wir die nächste schlupfreife Weiselzelle zu. So ist es möglich mittels eines Begattungskästchen 3-4 Königinnen pro Saison zu begatten – eine effiziente und doch artgerechte Methode. In den letzten beiden Jahren haben wir die so genannten Mini-Plus Beuten getestet. Diese haben uns nicht wirklich übezeugt und daüber hinaus ist die Anschaffung relativ teuer. Deshalb haben wir nun an unsere Bedürfnisse angepasste Begattungskästchen entworfen und gebaut. Im Gegensatz zu den im Handel üblichen Begattungskästchen aus Kunstoff und Hartschaum haben wir auch hier gemäß unserer Philosophie auf den Werkstoff Holz gesetzt.

Um für die kommende Saison genügend Material zu Verfügung zu haben, müssen noch ein paar Stunden an der Werkbank verbracht werden. Aber wie heißt es so schön: „Von nichts kommt nichts“.

Bienenkästen im BauBlick auf die bereits fertiggestellten Begattungskästchen.

Die letzten Bienenköniginnen

In diesem Jahr haben wir wieder Dutzende von Bienenköniginnen verschickt. Zum ersten Mal auch in die Türkei, die Schweiz und nach Spanien. In dieser Woche verlassen die letzten begatteten Königinnen unsere Imkerei. Die momentan noch laufenden Zuchtserien werden wir für unsere eigenen Bienenvölker benötigen und nur noch dem ein oder anderen Kollegen aus der größten Not helfen.

Stechen Bienen?

Berührungsängste mit Bienen haben vor allem mit der Angst vor dem Bienenstich zu tun. Vor allem  bei unseren Bienenvölkern auf den Bienenständen in der Stadt legen wir großen Wert auf die Sanftmütigkeit. Auf dem angefügten Filmchen habe ich vor ein paar Tagen eines unserer Bienenvölker ohne die übliche Rauchgabe geöffnet.Bienen zum streicheln.

Kein Wunder das vor allem Jungimker Königinnen aus dieser Zuchtlinie bei uns stark nachfragen. Natürlich kann auch eine Biene aus so einem Volk stechen, aber es passiert sehr selten. Ich gehe grundsätzlich ohne Schleier an die Bienen. Bei warmem Wetter arbeite ich auch nahezu auschließlich im T- Shirt. Das Ergebnis: Bei unserer großen Anzahl an Bienenvölker vielleicht 15- 20 Stiche im Jahr.

Bau von Kunstschwarmkisten

Eigentlich sollte, laut guter Lehrmeinung die Zeit im Winter zur Wartung und zum Bau von benötigtem Material benötigt werden. Aber im Wandel der Zeit sind in unserer Imkerei im Winter auch viele administrative Arbeiten zu erledigen und vor allem ist dies die Hauptzeit für den Honigverkauf. In dieser „Zeit zwischen der Bienensaison“ gibt es mittlerweile also auch eine Menge zu erledigen, so dass hier nicht alle notwendigen arbeiten, wie gewünscht erledigt werden können.

Vor allem hat diese Herbst und Winterzeit ein Manko:

Wir wissen noch nicht wie die Bienenköniginnen aus unserer Zucht, unsere Bienenableger, die Jungvölker….im kommenden Jahr nachgefragt werden. Aus diesem Grunde haben wir nun, knapp 4 Wochen vor der letzten Honigernte noch einmal ein paar Stunden im Bastelkeller verbracht und unseren Vorrat an Kunstschwarmkisten erhöht. Mittels dieser Kisten, bilden wir einen Teil unserer Jungvölker mit der letzten Honigernte von Mitte Juli- Mitte August. Diese Methode ist an den natürlichen Schwarmtrieb der Honigbiene angelehnt.

Und nein: Die Bienen bekommen weder Cola, noch Mezzo Mix. Einfaches Zuckerwasser aus unserem Bio- Zucker müssen für den 24 stündigen Aufenthalt in diesen gut durchlüfteten Kisten ausreichen, danach haben die Bienen sich zu einem neuen Volk zusammengefunden und entwickeln sich nach der Umsiedlung in einen normalen Bienenkasten so stark, dass im kommenden Jahr Honig geerntet werden kann.

Bienenköniginnen = Mangelware

Aus unsere Bienenzucht verkaufen wir alljährlich auch eine bestimmte Anzahl an begatteten Bienenköniginnen an andere Imker. Bei dem momentanen regnerischen und wechselhaften Wetter, lässt sich der Königinnennachwuchs jedoch mehr Zeit bis zum Hochzeitsflug oder kehrt – im schlimmsten Fall- gar nicht mehr zurück. Das stellt vor allem Imkerkollegen, die nur wenige Völker bewirtschaften vor gewisse Herrausforderungen, denn die Bienenköniginn ist schließlich der Grundstein eines Bienenvolkes.

Auch wir haben natürlich im Moment schlechtere Begattungserfolgen. Da wir jedoch größere Zuchtserien haben, können wir hier dem ein oder anderen Kollegen noch kurzfristig aushelfen. Aber auch wir müssen nun langsam an unseren eigenen Nachwuchs denken.

Bienenköniginnen schlüpfen

Eine Bienenkönigin ist auf die Unterstützung eines Bienenvolkes angewiesen. Keine unserer Honigbienen ist alleine überlebensfähig. Ihr ganzes Verhalten beruht auf dem sozialen Leben in einem Bienenvolk.

Da aber in einem Bienenvolk in der Regel nur eine Bienenkönigin geduldet wird, wir aber bis zu 20 Weiselzellen pro Volk zur Pflege einsetzen, müssen diese kurz vor dem Schlupf, oder in Ausnahmefällen nach dem Schlupf, auf eigene Bienenvölker verteilt werden.

Wir verwenden hierfür die so genannten Mini-Plus-Beuten. Das sind kleine Bienenkästen in denen ungefähr 1-2 Honiggläser voll Bienen Platz finden. Hier bringen wir die schlupfreife Weiselzelle ein, aus der die Königin schlüpft. Nach 5-7 Tagen startet diese zum Hochzeitsflug und beginnt danach mit der Eiablage.

In diesem Jahr haben wir unseren Bestand an Mini- Plus-Beuten vergrößert und so haben wir sie in den letzten Tagen zum ersten Mal mit Bienen besetzt. In drei Tagen hängen wir dann die schlupfreifen Weiselzellen zu, aus denen dann in der Regel solch ein Prachtexemplar an Königin schlüpft:

 

 

 

 

 

Erste Königinen in 2012

Nachdem wir ja zu Beginn der Saison einige Probleme mit unserer Zucht hatten, sind in den letzten Tagen endlich die ersten Bienenköniginen unserer Zuchtsaison geschlüpft.

Gute, leistungsstarke Königinen sind ein Muß für eine Erwerbsimkerei wie unsere. Denn nur mit Ertragsstarken und sanften Königinnen lässt sich schnell und zielorientiert arbeiten.Aus diesem Grunde züchten wir unsere Wirtschaftsköniginnen nahezu ausschließlich selbst nach. Da sich die Qualität unserer Bienenköniginnen herumgesprochen hat, verkaufen wir auch eine stetig wachsende Anzahl deutschlandweit.

Ungefähr 5 Tage nach dem Schlupf ist die Königin bereit für die Begattung. Hierzu verlässt sie den Bienenkasten und begibt sich auf den Hochzeitsflug. An bestimmten Plätzen trifft die Bienenkönigin auf die männlichen Bienen- die Drohnen- und nimmt den Samen von mehreren Drohnen in die Samenblase auf. Dieser Vorrat reicht nun für die gesamte  Lebenszeit (2-4 Jahre) der Bienenkönigin.

Schlupfreife  Weiselzelle:

 

Neuer Bienenstand

Da es an unserem bisherigen Stand für die Königinnenzucht eng wird, haben wir heute einen weiteren stabilen Bienenstand erstellt. An einem von der Morgensonne beschienenen Hang, mit Schatten vor der heißen Mittagssonne, können hier unsere jungen Königinnen ihren Begattungsflug unternehmen und Ihre erste Brut anlegen.

In ein paar Wochen wird es hier munter zugehen. Zumindest hoffen wir das…