Antibiotikaeinsatz

Immer mehr Menschen sterben an Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Ein Grund sich einmal mit den verschiedenen Einsatzgebieten außerhalb der Humanmedizin zu beschäftige.

Vor allem die Massentierhaltung steht im Verdacht eine Brutstätte für resistente Bakterien zu sein.

In hermetisch abgeriegelten Ställen werden auf engstem Raum mehrere hundert, oder gar tausende Tiere gehalten. Eine Infektion kann sich hier ungehindert ausbreiten. Aus diesem Grunde wird auch vorbeugend schon Antibiotika zum Beispiel dem Trinkwasser bei Schweinen und Hühnern zugemischt.

Bei jeder Infektion gibt es ein immer Keime die gegen Antibiotika resistent sind, und welche die Behandlung überleben. Bei einer dauerhaften Gabe werden diese resistenten Bakterien immer weiter „gezüchtet“ und nehmen überhand. Aus diesem Grunde lernt man schon als Kind, das Antibiotika die der Arzt verschrieben hat, genau nach Vorschrift eingenommen werden sollen.

In Niedersachsen, mit seinen riesigen Mastställen werden die resistenten Keime- vor allem MSRA mittlerweile sehr häufig gefunden. So sind Nachweise des Keimes der vermutlich bereits jetzt schon tödliche Infektionen größeren Ausmaßes verursacht in Krankenhäusern, im Boden und auch auf Menschen erbracht worden. Ein Kratzer in der Haut zum eindringen, zur Infektion und letztendlich zum Verlust der Hand oder dem versagen von Organen führen. .

Einige Experten warnen jetzt davor Fleisch aus Massentierhaltung ohne Einweghandschuhe in der Küche zu verarbeiten.

Wie konnte es soweit kommen?

Die Ursachen sind sicherlich im Wunsch nach billigem und vielem Fleisch sowie Lobbyismus zwischen Agrarindustrie und Politik zu suchen.

Andere Länder sind hier schon weiter:

In Dänemark wird ein Gesetz verabschiedet, das Kindern und Jugendlichen aus gesundheitlichen Gründen den Zutritt zu großen Masttierställen verbietet. Auch die Ausgabe der Antibiotika an die Landwirte wurde streng reglementiert.

Eine Gefahr die lange unterschätzt wurde, und die in letzter Zeit in immer mehr Medien aufgegriffen wird. So berichtete die Zeit auch über eine Untersuchung des BUND: Neun von Zehn Putenfleischproben sind mit multiresistenten Keimen belastet.

Betrachten wir auch die weltweiten Innereien unter dem Gesichtspunkt von Antibiotikaeinsatz.

In Deutschland ist der Einsatz von Antibiotika in der Bienenhaltung zum großen Glück nicht erlaubt. Das andere extrem finden wir in den USA. Um die durch ein Bakterium verursachte Amerikanische Faulbrut zu bekämpfen wird hier dem Futter regelmäßig Antibiotika beigemischt. Die Erreger werden somit immer wieder unter die Schadschwelle der klinischen Symptome gedrückt. Genau diese andauernden Gaben fördern Resistenzen. Auch in anderen Ländern ist Antibiotika zum Behandeln der Bienenvölker zugelassen und wird auch angewandt.

In Deutschland werden befallene Bienenvölker abgetötet. Da die Anzahl nicht allzu groß ist ist dieser Weg im Vergleich zur konstanten Antibiotikagabe auch ethisch noch vertretbar.

Durch diese Vorgehensweise sind die Imkerei in Deutschland auch frei von Antibiotika. Antibiotikarückstände in deutschem Honig konnten nur über ein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Feuerbrand hervorgerufen werden. Dieses ist aber zum Glück seit diesem Jahr nicht mehr zugelassen.

Was machen unsere Bienen in diesem Mai?

Jedes Jahr hat seine Herausforderungen. In diesem Jahr stimmte zwar lange Zeit das Wetter, aber wie ich hier berichtete fehlte leider das Wasser.

Nichtsdestotrotz sind wir in diesem Jahr mit allem etwas früher dran. Die Bienen sammeln nach den letzten Regenschauern im Raps fleißig Nektar, die ersten Völker kommen im Moment in Schwarmstimmung und wir werden bald auch den ersten Honig 2014 schleudern.

Unseren Bienenvölkern geht es durchweg gut. Bei Sonnenschein herrscht reges treiben am Bienenstand. Wie so etwas aussieht und sich anhört, das folgende kurze Video gibt einen Einblick.

 

Fehlendes Wasser

Das schöne warme Wetter der letzten Wochen ist für uns Menschen sicherlich in den meisten Fällen mehr als angenehm. Der Natur fehlt es dadurch aber vor allem an Wasser.

Uns betrifft die fehlende Bodenfeuchte natürlich nur indirekt. Als Imker merkt man fehlende Bodenfeuchte am Schnellsten beim Raps. Den wo kein Wasser ist, produziert die Pflanze meist auch weniger Nektar. Dies macht sich dann wiederum bei unsere Honigernte bemerkbar. Noch schlimmer kann es bei der Linde sein. Steht diese nicht „im Wasser“ gibt es keinen Honig.

 

Bienenhunger

Bienenvölker können im Winter nahezu ausschließlich von dem im August/ September eingelagerten Winterfutter zehren. Bei uns sind dies ca. 12-17 kg Biozucker. Der Futterverbrauch einen Bienenvolkes hängt von zwei maßgeblichen Faktoren ab:
Zum einem dem Witterungsverlauf, je kälter desto mehr müssen die Bienen „heizen“ um eine lebensfähige Temperatur in der Bienentraube zu halten.

Zum anderen hat natürlich die Größe eines Bienenvolkes erheblichen Einfluss auf den Futterverbrauch. Hier gibt es zum Teil deutliche Unterschiede.

Nach einer Brutpause fangen die meisten Bienenvölker in der Regel um Weihnachten wieder mit dem brüten an. Spätestens ab dann sieht man regelmäßig einzelne Bienen zum Wasserholen ausfliegen. Dies ist zwar oft ein Selbstmordkommando, aber für die Brutpflege ist Wasser unerlässlich. In normalen Jahren beginnt dann meist im Januar mit dem Haselnuss auch wieder der erste Eintrag von Pollen. Bis zum ersten nennenswerten Nektarfluß wird es hingegen noch nahezu 12 Wochen dauern.

Bienenweidekatalog

Durch die in der Vergangenheit zugenommene Monokulturen in der Landwirtschaft nimmt das Nahrungsangebot für viele Insekten, darunter auch das der Honigbienen ständig ab. Folge sind Krankheiten und eine unzureichende Ernährung der für unser Ökosystem und die Bestäubung so wichtigen Insekten.

Diese Problematik ist auch der grün- roten Landesregierung bei uns in Baden- Württemberg offensichtlich bewusst. Der nun vorgestellte Bienenweidekatalog enthält Vorschläge zur Begrünung mit für Insekten nützlichen Pflanzen und soll dazu beitragen das Trachtangebot zu verbessern und die Trachtzeit zu verlängern.

Es werden vor allem nektar- und pollenreiche Pflanzen vorgeschlagen, die auf Unternehmensgeländen, in der Land- und Forstwirtschaft, sowie von Privatpersonen ausgesäht und gepflanzt werden können.

Auch ich werde mir hier in Zukunft sicher die ein oder andete Anregung holen. B

Summ mir das Lied vom Tod

Mindestens zwei Mal/ Woche werden wir auf das Bienensterben angesprochen. Den medialen Höhepunkt erreichte das Bienensterben sicherlich vor vier Jahren mit falsch gebeizten Maissaatgut welches das Nervengift Clothianidin enthält.

Doch die Probleme der Bienen sind nach wie vor groß. Neben den Pflanzenschutzmitteln ist mehr den je auch die Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem des Maisanbaues ein Problem. Wir haben hier zum Glück, in der kleinstrukturierten Umgebung vor unsrer Haustür noch keine allzu großen Probleme.

Auch die Angst vor der Zulassung von GVO schwebt ständig mit.

Der Film „Summ mir das Lied vom Tod“ begibt sich mit verschiedenen Imkern, Bienenwissenschaftlern und der Chemieindustrie auf die Suche nach möglichen Ursachen für das Bienensterben und beleuchtet auch das Zustandekommen von Grenzwerten und die Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel.

Ein sehr lehrreicher und immer noch aktueller Film:

 

 

Blühende Landschaften- ein Selbstversuch im Kleinen

In diesem Jahr haben wir auf unserem Balkon auch einmal die Blühmischung von „Blühende Landschaften“ ausgesät.

Im besagten Balkonkasten haben wir momentan ein Blütenmeer, das auch sehr gerne von Wildbienen, Honigbienen und Hummeln aufgesucht wird. Es sieht nicht nur schön aus, sondern lockt auch mitten in der Stadt eine Vielzahl von nahrungsuchenden Insekten an.

Wir unterstützen das Netzwerk „Blühende Landschaften“ mit einer Spende von 5 Cent/ Honigglas, das über unseren Onlineshop verkauft wird. Ich hatte hier schon einmal darüber berichtet.