Ergebnise des Deutschen Bienenmonitoring

Im Jahr 2004 wurde das deutsche Bienenmonitoring als Reaktion auf die dramatischen Bienenverluste gestartet.

Durch das Bienenmonitoring sollen eine Vielzahl von Daten gewonnen werden, die uns helfen die Ursachen des Bienensterbens besser zu verstehen. Mittlerweile sind über 1.300 Bienenvölker in diesem Monitoring beteiligt und es werden umfangreiche Untersuchungen an Honig,- Bienen,- und Pollenproben vorgenommen.

Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Varroamilbe ein großes Problem darstellt, aber bei richtiger Behandlung der Bienenvölker beherrschbar ist.Eine weitere Problematik darf hier jedoch auch nicht verschwiegen werden, der zunehmende Trend in der Landwirtschaft zur Flächenintensivierung schränkt das Nahrungsangebot der Honigbiene zum Teil erheblich ein. Zusammen mit den Pflanzenschutzmitteln werden wohl die Robustheit der Honigbiene stark eingeschränckt.

Nahezu erschreckend fand ich die Zunahme des giftigen und bienengefährlichen Wirkstoffes Methiocarb in Bienenbrotproben. Dieser Wirkstoff war zusammen mit Clothianidin im Jahr 2008 für das große Bienensterben in Württemberg und Baden verantwortlich. Nach diesem Bienensterben wurden strengere Auflagen an die Aussatgeräte gestellt, die aber anscheinend nicht gegriefen haben.

Bei der Untersuchung der Proben wurden auch Wirkstoffe gefunden, die keine Zulassung im landwirtschaftlichen Pflanzenschutz besitzen. Auch wurden Wirkstoffe in den Proben gefunden, die nur in Kulturen eingesetzt werden dürfen, die nicht von den untersuchten Bienen beflogen wurden.

Diese beiden Ergebnisse müßen die Frage erlauben, ob manche Anwender die Vorschriften im Bereich des Pflanzenschutzes nicht ausrreichend beachten. Sollte dies so sein, ist dies nicht nur für die Imkerei, sondern auch für alle Lebensmittelproduzenten, die Natur, und das Grundwasser nicht aktzeptabel.

Für mich selbst, da ich auch gelernte Landwirt bin ist dies einer der erschreckensten Punkte in den bisherigen Ergebnissen des Bienenmonitorings. Wird man doch während seiner Ausbildung im Bereich Pflanzenschutz gut geschult und enthält auch jeder Verpackung eines Pflanzenschutzmittels genau Anweisung über dessen Dosierung, Anwendung und Mischung mit anderen Mitteln. Den Punkt der Unwissenheit kann hier keiner für sich geltend machen.

Der landwirtschaftliche Pflanzenschutz muß in Zukunft sicher, zusammen mit der Varroamilbe im Auge behalten werden. Die Probleme bei der Anwendung der Pflanzenschutzmittel dürfen aber in keinstem Falle dahin führen auf genetisch veränderte Pflanzen zu setzen. Deren Wirkung auf die Natur  ist noch weit weniger erforscht als die momentanen Pflanzenschutzmittel. So werden z.B. noch heute bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln die Wirkungen von Kombination nicht gefordert.

Erfreulich ist, dass vom CVUA (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt) in Stuttgart in 122 untersuchten Honigen keine Überschreitung der Höchstmengen bei Pestiziden. Nach festlegen einer Untersuchungsspektrumes waren bei 27% der Proben keine Rückstände nachweisbar. Die genauen Ergebnisse finden Sie hier.

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