Imkerstethoskop?

Beim Austausch mit anderen Imkerkollegen nimmt man doch das ein oder andere Interessante mit. So hatte mir ein Imkerkollege vor Weihnachten berichtet, dass er seine Völker im Winter mit einem Stethoskop abhört. So würde er schnell und ohne die Völker zu öffnen erkennen, ob diese noch leben.

Für mich hörte sich dies nach einer Arbeitserleichterung an. Vor allem bei unseren Verkaufsvölkern würde ich so auf einfache und schnelle Art evtl. Verluste im Winter feststellen können. Eine bessere Auftragsabwickelung wäre die Folge.

Leider hat sich diese Methode bei uns nicht verwirklichen lassen. Mit dem bestellten Stethoskop kann man zwar sehr schön das eigene Herz abhören. Aber aus dem Bienenkasten ließen sich leider keine Geräusche erkennen. Egal ob von oben, rechts, links, vorne oder hinten. Es blieb still. Erst beim abheben des Deckels wurden die Bienen sichtbar. Aber das geht auch ohne Stethoskop.

Mit 5 Euro für das schöne rote Stethoskop hält sich der Verlust aber auch in Grenzen.

stetoskop bienen kontrolle

Winterzeit = Bauzeit

In den Wintermonaten ist nun endlich Zeit Reparaturen vorzunehmen und Bienenkästen neu zu bauen. Momentan sind bei uns die Begattungskästchen an der Reihe. In diesen kleinen Kästchen schlüpfen die jungen Königinnen, gehen auf ihren Begattungsflug und legen die ersten Stifte. Anschließend können die jungen Königinnen zur Erstellung von Jungvölkern oder als Ersatzköniginnen verwendet werden. Nach dem Entnehmen der jungen Königin setzen wir die nächste schlupfreife Weiselzelle zu. So ist es möglich mittels eines Begattungskästchen 3-4 Königinnen pro Saison zu begatten – eine effiziente und doch artgerechte Methode. In den letzten beiden Jahren haben wir die so genannten Mini-Plus Beuten getestet. Diese haben uns nicht wirklich übezeugt und daüber hinaus ist die Anschaffung relativ teuer. Deshalb haben wir nun an unsere Bedürfnisse angepasste Begattungskästchen entworfen und gebaut. Im Gegensatz zu den im Handel üblichen Begattungskästchen aus Kunstoff und Hartschaum haben wir auch hier gemäß unserer Philosophie auf den Werkstoff Holz gesetzt.

Um für die kommende Saison genügend Material zu Verfügung zu haben, müssen noch ein paar Stunden an der Werkbank verbracht werden. Aber wie heißt es so schön: „Von nichts kommt nichts“.

Bienenkästen im BauBlick auf die bereits fertiggestellten Begattungskästchen.

Warnung vor Pflanzenschutzmittel

Systematische Pflanzenschutzmittel wirken von innen heraus: Durch das behandelte Saatgut verteilt die wachsende Pflanze das Gift während des Wachstums von den Wurzeln bis in die Blattspitzen. Fressen oder saugen nun Schädlinge an der Pflanze, sterben sie. Dieses grundlegende Prinzip gilt auch für die Gruppe der Neonicotinoide.

Der in diese Gruppe gehörende Wirkstoff Clothianidin wird für das große Bienensterben im Jahr 2008 verantwortlich gemacht, als Landwirte Mais säten, und Clothianidinstaub in die Natur gelangte.

Nützlinge sollen angeblich von dem Gift verschont bleiben. Doch auch Bienen kommen mit dem Gift über Pollen und Nektar in Kontakt. Auch die bisher wenig erforschten Gutationstropfen, die Pflanzen über Stängel und Blattoberseiten abgeben, enthalten dieses Gift. Auch diese werden von Insekten, darunter Honigbienen und Wildbienen, aufgenommen.

Nun hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach Abschluss einer Untersuchung vor drei Insektiziden aus dieser Gruppe gewarnt. Inhalt der Untersuchung, die von der Europäischen Komission in Auftrag gegeben wurde, war, die kurz- und langfristigen Folgen auch nicht tödlicher Mengen für Bienenvölker und Larven zu prüfen, sowie mögliche Auswirkungen auf das Verhalten der Insekten.

Obwohl die Studie noch nicht abgeschlossen ist, haben die EFSA- Mitabreiter bereits etliche Risiken für Bienen und Insekten aufgedeckt.

Die EU-Kommission will nun die Hersteller der nikotinhaltigen Gifte schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern und das Thema Ende Januar mit den EU-Ländern diskutieren.

Neues Design für Bienenkästen

Heute hatten wir Besuch von einem Studenten für Produktdesign. Sebastian beschäftigt sich momentan mit dem Design von Bienenkästen und Arbeitsmaterial für die Stadtimkerei. Zusammen haben wir uns unsere verwendeten Bienenkästen und Gerätschaften angeschaut und uns über die Anforderungen der Bienen an Ihre Behausung unterhalten. Nun wird in den kommenden Wochen ein Prototyp entstehen.

Ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

 

Stoppt das Bienensterben

Unter diesem Titel läuft hier momentan eine Unterschriftenaktion, in der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner aufgefordert wird den Widerstand gegen einen Vorschlag der EU für eine Umgestaltung der Agrarsubventionen aufzugeben.

Die EU- Kommsion möchte zukünftig nur noch landwirtschaftliche Betriebe fördern, die mindestens sieben Prozent ihrer Ackerflächen ohne Pestizide und ökologisch sinnvoll bewirtschaften. Damit wäre aus unserer Sicht ein erster Schritt getan um dem vorherrschenden Nahrungsmangel für viele Insekten zu bekämpfen.

Unzurreichende Ernährung der Bienenvölker aufgrund von Monokulturen scheint ein großer Faktor beim Bienensterben zu sein.

Hier geht es zur Aktion:

Stoppt das Bienensterben

 

 

Die Anfänge…

Zwischen den Jahren habe ich nun endlich einmal Zeit gefunden etwas auf der Festplatte aufzuräumen. Hier habe ich auch Bilder meines ersten Bienenstandes wiedergefunden. Hier kann man in Erinnerungen schwelgen:

Da die Erfahrung fehlte, war ich ständig am nachlesen und ausprobieren. Ich imkerte damals, noch größtenteils mit Schutzkleidung und bekam doch eine Menge Bienenstiche ab. Die beide Bienenvölker haben zwar den ersten Winter überlebt, doch im folgenden Winter hatten wir den ersten Verlust. Aber da hatten wir schon ein paar mehr Bienenvölker, so dass der Fortbestand nicht mehr gefährdet war.  Im Laufe der Zeit wurde der Umgang mit den Bienen immer professioneller und die Zahl der Bienenvölker nahm ständig zu, es folgte frühzeitig die Bio- Zertifizierung und das Hobby wurde schleichend zum Nebenerwerb.

Hier hatte ich ja auch einmal über unser erstes Honigglas berichtet.

Für die Zukunft wünschen wir uns den Verzicht auf Gentechnik und die Zunahme von Blühstreifen in landwirtschaftlichen Flächen. Nur so kann die Honigbienen sich gesund und abwechslungsreich ernähren. Den nur gesunde und starke Bienenvölker können überleben und die so wichtige Bestäubungsarbeit leisten.

Der erste Bienenstich im neuen Jahr

Eigentlich, so steht es in allen Lehrbüchern soll man die Bienen im Januar und Februar in Ruhe lassen. Bei zwei Bienenvölkern habe ich jedoch während der letzten Durchsicht Mitte Dezember einen Futtermangel festgestellt, der sehr gravierend ist. Also haben wir hier heute eine Notfütterung mit eigenem Honig gemacht. Und bei dieser Aktion habe ich heute meinen ersten Bienenstich des Jahres bekommen. Stiche bleiben auch bei unseren sanftmütigen Bienen nicht ganz aus, aber im Normalfall bekomme ich vor den ersten Schwarmkontrolle Mitte Mai keinen Stich und auch dann hält sich deren Zahl im Jahresverlauf in Grenzen, obwohl wir ja nahezu immer ohne Schutzkleidung arbeiten .  Hoffen wir einmal das dies kein schlechtes Omen für das kommende Jahr ist….