Wer wird Weihnachtsmeister?

Momentan bereiten wir uns auf das vorweihnachtliche Geschäft vor. Da gilt es bei der Abfüllung von Honig auch die ungefähre Absatzmenge zu schätzen, schließlich wollen wir nicht Unmengen von abgefüllten Honigläsern die nächsten Monate in unseren ohnehin schon beengten Räumen stehen haben.

Und genau hier- beim Abfüllen ist gestern eine Diskussion über die vor Weihnachten noch benötigten Mengen unseres Prinzessinenhoniges und unseres Stuttgarter Stadthonig entbrannt. Schauen wir einmal wie das Rennen ausgeht…

Ich habe auf unseren Stuttgarter Stadthonig gesetzt. Aber da der Prinzessinenhonig zum ersten Mal im Rennen ist und sicherlich auch ein schönes Weihnachtsgeschenk ist, bin ich mir hier nicht wirklich sicher.

Die zwei heißen Anwärter:

 

Die Biene und das Biest im Winter

Ende November bis Mitte Dezember steht eine der wichtigsten arbeiten am Bienenstand an: Die Winterbehandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe. Ohne Behandlung würden die Bienenvölker den Druck des aus Asien eingeschleppten Parasiten nicht lange standhalten und eingehen.

Jetzt in der brutfreien Zeit der Bienenvölker, fern der nächsten Honiggewinnung behandeln wir unsere Bienenvölker mit Oxalsäure. Die organische Oxalsäure ist ein natürlicher Bestandteil von Honig und z.B. auch von Rhabarber und für uns als Bio- Imker das bevorzugte Mittel.

Die Wahl des Zeitpunktes ist für uns sehr wichtig. Zum einen benötigen wir einen möglichst frühen Zeitpunkt um keine erhöhten Werte im Honig zu haben, auf der anderen Seite benötigen wir zur besseren Wirksamkeit brutfreie und enge Bienenvölker.

Brutfrei sind unsere Bienenvölker in der Regel 3 Wochen nach der ersten Frostperiode und einen engen Sitz haben unsere Bienenvölker bei einer Temperatur um oder unter dem Gefrierpunkt.

Aufgrund der momentanen Witterung werden wir in den beiden kommenden Wochen unsere Bienenvölker behandeln.

Ein winterlicher Irrtum…

Bei überraschend vielen Menschen mit denen wir in dieser Jahreszeit ins Gespräch über Bienen kommen herrscht die Meinung, dass unsere Bienenvölker den Winter über in den Keller oder in eine Halle kommen.

Unsere Bienenvölker sind das ganze Jahr im Freien. Die Kälte schadet den Bienenvölkern nicht und gehört zu deren natürlichem Jahrslauf dazu. In der Wintertraube halten die Bienen auch bei frostigen Temperaturen konstant 34 °C. Ein Ausflug ist jedoch bei Temperaturen von unter 10°C nicht mehr möglich. Aber Dank des im August und September eingelagerten Winterfutters herrscht keine Not. An einzelnen sonnigen Tagen kann es dennoch vorkommen, dass die eine oder andere Winterbiene ausfliegt um Wasser zu sammeln, aber in der Regel genügt den Bienen das in der Beute anfallende Kondenswasser zur Versorgung aus. Das leeren der Kotblase erfolgt in der Regel erst wieder an wärmeren Tagen im Februar, März oder April.

Urlaub von den Bienen

Jetzt in der kalten Jahreszeit haben wir Imker auch einmal Urlaub von den Bienen(, oder die Bienen von uns). Am Bienenstand gibt es bis auf einige Kontrollbesuche momentan nichts weiter zu tun.

Traditionell nimmt die Nachfrage nach Honig in den nächsten zwei- drei Monaten rasant zu. Hier gilt es nun den Vorrat an Honiggläsern hin und wieder zu ergänzen. Beim Abfüllen schweift dann auch der eine oder andere Blick hinaus in das neblige und kalte Wetter.Gut das unsere Abfüllraum geheizt ist….

 

Stuttgarter Regierungshonig

Unsere Stuttgarter Stadtbienen haben Konkurrenz von höchster Stelle bekommen. Unser grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich nun fünf Bienenvölker im Garten seines Regierungsitzes, der Villa Reitzenstein aufstellen lassen.

Betreut werden diese Bienenvölker vom Bieneninstitut der Uni Hohenheim und sollen ab nächstem Jahr für „Regierungshonig“ sorgen, welcher Regierungsgästen als Geschenk dienen soll.

Eine schöne Idee.