Neue Kennzeichenregeln für Honig

Die aus unserer Sicht schon lange irreführenden Bezeichnungen „kaltgeschleudert“ und „wabenecht“ sind nun endlich gestrichen worden.

Seit Ende Juli darf Honig laut dem Deutschen Lebensmittelbuch nicht mehr als „kaltgeschleudert“ oder „wabenecht“ bezeichnet werden. Die Begründung hierzu spiegelt auch unsere Meinung zu diesem Thema wider: Deutscher Honig wird immer bei Raumtemperatur geschleudert. Das heißt deutscher Honig ist immer kaltgeschleudert und ein besonders hervorheben dieser Eigenschaft ist irreführend. Auch ist jeder Honig „wabenecht“, da die Bienen natürlicherweise Ihren Honig in Waben ablegen. Für uns Imker wäre es eine enorme Arbeitserleichterung wenn die Honigbienen den Honig direkt im Glas ablegen würden, aber das ist wohl nur mein Wunschdenken. 🙂

In Zukunft dürfen Honige mit den Begriffen „Auslese“ oder „Premium“ ausgezeichnet werden. Diese Bezeichnungen sind nun auch an besondere Qualitäten, wie zum Beispiel den Wassergehalt und die im Labor ermittelten Enzymwerte geknüpft. Für die kleinen Imkerein hat diese neue Regelung den Nachteil, dass Sie Honigproben im Labor untersuchen lassen müssen, um auf der sicheren Seite zu sein. Im Moment kenne ich die Ergebnisse unsere diesjährigen Honiguntersuchungen noch nicht, gehe aber davon aus, dass die meisten unsere Honige die „Premium- Auszeichnung“ führen dürften. Ob wir diese Auszeichnungsmöglichkeit dann letztendlich nutzen werden bleibt abzuwarten. Schließlich geht so etwas meist nur über ein Zusatzetikett, welches erst einmal einen Mehraufwand und damit Mehrkosten verursacht. Schauen wir einmal was die Mitbewerber so umsetzen und wie sich die Nachfrage im Markt nach solch beworbenen Honigen entwickelt.

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