Wesensgemäße Tierhaltung

Seit Beginn unserer Imkerei ist uns auch das wohlbefinden der Bienenvölker sehr wichtig. Aus diesem Grunde imkern wir nach der EU-Bio-Verordnung, aber eben auch nach unserer eigenen Philosophie, welche zum Beipiele lange Bienentransporte ausschließt.

Nun gehen wir den konsequenten Schritt weiter und ermöglichen den Bienen zukünftig vermehrt Ihre Waben im Naturbau zu errichten. Das bedeute die Bienen bauen Ihre Waben komplett selbst und bekommen nicht vom Imker das Zellenmaß vorgegeben. Auch werden wir zukünftig mit größeren Waben arbeiten. Dadurch wird es den Bienenvölkern ermöglicht ein ungeteiltes Brutnest einzurichten. Dies entspricht der natürlichen Bauweise eines Bienenvolkes.

Chance auf gentechnikfreies Deutschland?

In den Koalitionsverhandlungen hat die SPD, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Ihre Position bezüglich der Agro-Gentechnik verändert. Die Partei schwenkt nun auf die Seite der CSU um und möchte sich für ein gentechnikfreies Deutschland einsetzen.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Zulassung des Genmaises „DuPont-Genmais 1507“ durch die Europäische Kommision, besteht nun die Möglichkeit das Verbot von Agro-Gentechnik in den Koalitionsvertrag aufzunehmen.

Stimmen Sie hier dafür.

Anzahl der Bienenvölker geht zurück

Ich habe Anfang 2011 in diesem Beitrag auf die stark zurückgehende Anzahl an Bienenvölker und deren Auswirkungen und Ursachen hingewiesen.

Nun hat der Deutsche Imkerbund die Daten seiner Mitglieder vom vergangenen Jahr veröffentlicht. In Summe haben die Mitglieder um 3,21% zugenommen. Die von den Mitglieder gehaltene Anzahl der Bienenvölker stieg um knapp 2% auf nun 631.535 Bienenvölker. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Bienenvölker je Verbandsimker nun deutschlandweit nochmals zurückgegangen ist und aktuell bei 7,4 liegt. Die durchschnittliche Imkerei wird also immer kleiner. Zahlen zu Erwerbsimkereien und Bio-Imkerein habe ich im Moment noch nicht.

Nicht jeder Imker ist jedoch Mitglied im Deutschen Imkerbund. Mitglied im DIB sind nur diejenigen Imker die in einem Imkerverein Mitglied sind. Ab einer gewissen Völkerzahl ist dies auch eine Kostenfrage, da der Mitgliedsbeitrag je gehaltenem Bienenvolk berechnet wird. Die angebotene Gegenleistung, nämlich die Vermarktung des Honiges im typischen DIB-Glas, oder der pauschalen Versicherungsschutz ist nicht für jeden interessant.

Winterzeit = Bauzeit

In den Wintermonaten ist nun endlich Zeit Reparaturen vorzunehmen und Bienenkästen neu zu bauen. Momentan sind bei uns die Begattungskästchen an der Reihe. In diesen kleinen Kästchen schlüpfen die jungen Königinnen, gehen auf ihren Begattungsflug und legen die ersten Stifte. Anschließend können die jungen Königinnen zur Erstellung von Jungvölkern oder als Ersatzköniginnen verwendet werden. Nach dem Entnehmen der jungen Königin setzen wir die nächste schlupfreife Weiselzelle zu. So ist es möglich mittels eines Begattungskästchen 3-4 Königinnen pro Saison zu begatten – eine effiziente und doch artgerechte Methode. In den letzten beiden Jahren haben wir die so genannten Mini-Plus Beuten getestet. Diese haben uns nicht wirklich übezeugt und daüber hinaus ist die Anschaffung relativ teuer. Deshalb haben wir nun an unsere Bedürfnisse angepasste Begattungskästchen entworfen und gebaut. Im Gegensatz zu den im Handel üblichen Begattungskästchen aus Kunstoff und Hartschaum haben wir auch hier gemäß unserer Philosophie auf den Werkstoff Holz gesetzt.

Um für die kommende Saison genügend Material zu Verfügung zu haben, müssen noch ein paar Stunden an der Werkbank verbracht werden. Aber wie heißt es so schön: „Von nichts kommt nichts“.

Bienenkästen im BauBlick auf die bereits fertiggestellten Begattungskästchen.

Neues Design für Bienenkästen

Heute hatten wir Besuch von einem Studenten für Produktdesign. Sebastian beschäftigt sich momentan mit dem Design von Bienenkästen und Arbeitsmaterial für die Stadtimkerei. Zusammen haben wir uns unsere verwendeten Bienenkästen und Gerätschaften angeschaut und uns über die Anforderungen der Bienen an Ihre Behausung unterhalten. Nun wird in den kommenden Wochen ein Prototyp entstehen.

Ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

 

Biene vs. Elefant

Elefanten haben offentsichtlich große Angst vor Biene. Sie betrachten die Bienen allem Anschein nach als Plagegeister vor denen man besser die Flucht ergreifen sollte. Afrikanische Bauern nutzen dieses Verhalten nun, indem Sie das Summen der Bienen auf Band aufnehmen und beim auftauchen von Elefantenherden auf Ihren Feldern abspielen.

Die afrikanische Honigbienen ist zwar nicht so sanftmütig wie unsere Bienen, jedoch hätte ich nicht gedacht, dass ein Elefant mit seiner 2-3 cm dicken Haut vor Bienen Angst hat. Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass ein Elefant wohl in seiner natürlichen Umgebung kaum Kontakt zu Bienenvölkern hat.

 

Die blaue Rose und das Honigurteil

Im hier bereits mehrfach erwähnten „Honigurteil“ des EuGHs führt die Verunreinigung von Honig mit gentechnisch veränderten Pollen zu dessen Vernichtung.

Das Augenmerk eines jeden Beteiligten, auch vieler Imker ist hier meist auf den Anbau von GVOs   in der Landwirtschaft gerichtet.

Jedoch findet die Gentechnik auch im Bereich der Schnittblumen und der Zierpflanzen zunehmend Anwendung. Vor allem bei Rosen, Nelken, Petunien, Geranien und Weihnachtssterne hat die Gentechnik mittlerweile Fuß gefasst.

Durch den Einsatz von Gentechnik sollen vor allem eine größere farbliche Vielfalt und eine bessere Kälte- und Krankheitsresistenz erreicht werden.

Ein Paradebeispiel ist die „Blaue Rose“. Rosen können aufgrund eines fehlenden Stoffwechselweges nicht auf die Farbe blau gezüchtet werden. Jahrhunderte galt eine blaue Rose aus diesem Grunde als Mythos. Seit 2009 ist nun eine blaue Rose erhältlich, bei der ein „Stiefmütterchen- Gen“ implantiert wurde.

Auch Nelken die aufgrund eines genetischen Eingriffes länger halten und ebenfalls die Farbe blau besitzen sind in Europa schon seit längerer Zeit erhältlich.

Schwierig wird es für uns Imker, wenn solch veränderten Pflanzen in Gärten gelangen und von Bienen beflogen werden. Landwirtschaftlich angebaute GVOs lassen sich in Deutschland aufgrund der geringen Anbaufläche und der Meldepflicht von uns Imkern umgehen. Sollten gentechnisch veränderte Zierpflanzen Verbreitung finden, wird es hier sicherlich schwieriger.

Die Nachweisgrenze von gentechnisch verändertem Pollen im Honig ist sehr gering, so dass schon eine Pflanze zu erheblichen Verunreinigungen im Honig führen kann.

Allgemein sind die Schnittblumen meiner Meinung nach ein vernachlässigtes Thema. Denn wer weiß schon, dass bei manchen Importrosen aufgrund der hohen Pestizidbelastung den Händlern und Floristen empfohlen wird Handschuhe zu tragen?