Zustand der Bienenvölker

Die Bienenvölker sind dir Grundlage einer jeden Imkerei. Aus diesem Grunde sind auch wir sehr um unsere Bienen besorgt. Vor allem nach den momentanen heftigen Winden lohnt einmal ein Kontrollgang am Bienenstand. Diese Gelegenheit nutze ich auch meist zur stichprobenartigen Zustandskontolle der Bienenvölker. In diesem Jahr hatten wir bisher noch keine Ausfälle. Eine sorgsame Bekämpfung der Varroamilbe scheint sich allemal zu lohnen. Aber dies ist nur ein Teil der Miete. Eine sorgsame Auswahl des Standortes ist, neben weiteren Kriterien ein weitere wichtiger Faktor für eine sicher und gesunde Haltung der Bienenvölker. Wir achten hierbei vor allem im Winter auf eine wettergeschütze warme Lage, ein breites und ausreichendes Pollen- und Wasserangebot und möglichst weit von Flächen auf denen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden entfernt.

 

Frischer Rapshonig 2012

In diesem Jahr, aufgrund der Witterung fast zwei Wochen später als im vergangenen Jahr haben wir heute die erste Charge an Rapshonig geschleudert.

Für uns ist hauptsächlich die Qualität entscheidend. Neben dem schönen milden Geschmack haben wir auch wieder mit einem  Wassergehalt von 16% einen hervorragenden Wert.

Wir haben das Glück, dass im Flugradius unserer Bienen nur ein Landwirt Raps anbaut, der während der Rapsblüte keine Pflanzenschutzmittel im Raps ausbringt .Genpollen sind bei uns bisher zum Glück kein Thema.

Das unser cremiger Rapshonig sehr gut ankommt, zeigt sich an unseren Verkaufszahlen. Einer der umsatzstärksten Honige in unserem Sortiment- der sogar Kindern das Nutella austreibt.

 

 

Summ mir das Lied vom Tod

Mindestens zwei Mal/ Woche werden wir auf das Bienensterben angesprochen. Den medialen Höhepunkt erreichte das Bienensterben sicherlich vor vier Jahren mit falsch gebeizten Maissaatgut welches das Nervengift Clothianidin enthält.

Doch die Probleme der Bienen sind nach wie vor groß. Neben den Pflanzenschutzmitteln ist mehr den je auch die Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem des Maisanbaues ein Problem. Wir haben hier zum Glück, in der kleinstrukturierten Umgebung vor unsrer Haustür noch keine allzu großen Probleme.

Auch die Angst vor der Zulassung von GVO schwebt ständig mit.

Der Film „Summ mir das Lied vom Tod“ begibt sich mit verschiedenen Imkern, Bienenwissenschaftlern und der Chemieindustrie auf die Suche nach möglichen Ursachen für das Bienensterben und beleuchtet auch das Zustandekommen von Grenzwerten und die Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel.

Ein sehr lehrreicher und immer noch aktueller Film:

 

 

Die blaue Rose und das Honigurteil

Im hier bereits mehrfach erwähnten „Honigurteil“ des EuGHs führt die Verunreinigung von Honig mit gentechnisch veränderten Pollen zu dessen Vernichtung.

Das Augenmerk eines jeden Beteiligten, auch vieler Imker ist hier meist auf den Anbau von GVOs   in der Landwirtschaft gerichtet.

Jedoch findet die Gentechnik auch im Bereich der Schnittblumen und der Zierpflanzen zunehmend Anwendung. Vor allem bei Rosen, Nelken, Petunien, Geranien und Weihnachtssterne hat die Gentechnik mittlerweile Fuß gefasst.

Durch den Einsatz von Gentechnik sollen vor allem eine größere farbliche Vielfalt und eine bessere Kälte- und Krankheitsresistenz erreicht werden.

Ein Paradebeispiel ist die „Blaue Rose“. Rosen können aufgrund eines fehlenden Stoffwechselweges nicht auf die Farbe blau gezüchtet werden. Jahrhunderte galt eine blaue Rose aus diesem Grunde als Mythos. Seit 2009 ist nun eine blaue Rose erhältlich, bei der ein „Stiefmütterchen- Gen“ implantiert wurde.

Auch Nelken die aufgrund eines genetischen Eingriffes länger halten und ebenfalls die Farbe blau besitzen sind in Europa schon seit längerer Zeit erhältlich.

Schwierig wird es für uns Imker, wenn solch veränderten Pflanzen in Gärten gelangen und von Bienen beflogen werden. Landwirtschaftlich angebaute GVOs lassen sich in Deutschland aufgrund der geringen Anbaufläche und der Meldepflicht von uns Imkern umgehen. Sollten gentechnisch veränderte Zierpflanzen Verbreitung finden, wird es hier sicherlich schwieriger.

Die Nachweisgrenze von gentechnisch verändertem Pollen im Honig ist sehr gering, so dass schon eine Pflanze zu erheblichen Verunreinigungen im Honig führen kann.

Allgemein sind die Schnittblumen meiner Meinung nach ein vernachlässigtes Thema. Denn wer weiß schon, dass bei manchen Importrosen aufgrund der hohen Pestizidbelastung den Händlern und Floristen empfohlen wird Handschuhe zu tragen?

Bienenfreundlich hergestellt

Auf der Apimonda wurde in diesem Jahr das Siegel „Certified bee friendly“ vorgestellt. Damit soll ab 2012 für Erzeugern von landwirtschaftlichen Produkten, die den Bienenschutz gezielt mit einbeziehen, die Möglichkeit gegeben werden öffentlichkeitswirksam zu werben.

Durch die starke Industrialisierung der Landwirtschaft wird das Umfeld für die Honigbiene zunehmend schwieriger. Eine Trendwende wäre für uns Imker wünschenswert und vielleicht ist das neue Siegel ein guter Anfang.

Im Bereich der Milchwirtschaft, hat sich das verwandte Siegel „Faire Milch„, zumindest bei uns in Süddeutschland schon einen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Bleibt abzuwarten, ob sich ähnliches auch auf die Bienen übertragen lässt.

 

 

 

Ilse Aigners toxischer Gesetzesentwurf

Ein Bericht der sich kritisch mit einem neuen Gesetzesentwurf zum Thema Pflanzenschutz beschäftigt. Der Bericht gibt Einblicke in die Praxis bei der Zulassung von neuen Pflanzenschutzmitteln. Unter anderem soll das kritische Umweltbundesamt umgangen werden- was für die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln eine deutliche Erleichterung bei der Zulassung von neunen Pflanzenschutzmitteln bedeutet. Deutschland hat bisher im vergleich zu anderen EU- Ländern relativ strenge Auflagen- welche mit dem neuen Gesetzentwurf deutlich verwässert würden.

Ein Hörbuch zum Bienensterben

Ich möchte Ihnen heute einen sehr aufschlussreichen und gut recherchierten Radiobeitrag des SWR zum Thema Bienensterben ans Herz legen. In dem knapp einer Stunde langen Beitrag werden die entscheidende Rolle der Honigbiene für die Lebensmittelversorgung dargestellt und mögliche Gründe für das weltweite Bienensterben aufgezeigt.

Vo der Varroamilbe über die Fruchtfolge der Landwirtschaft bis zum Pflanzenschutz werden verschiedene Gefahren und deren Folgen dargestellt.

Zum lohnenswerten Beitrag auf der Seite des SWR 2:  „Stress im Stock- Das rätselhafte Sterben der Honigbiene“.

Das Manuskript des Radiobeitrages finden Sie hier.

Bienensterben

In den letzten Jahren ist das Thema Bienensterben zunehmend auch in den deutschen Medien zu finden. Das Netzwerk Avaaz.org hat es sich zum Ziel gemacht für bestimmte, als besonders bienengefährlich geltende Pflanzenschutzmittel ein Verbot durchzusetzen, solange deren Sicherheit nicht durch unabhänige Stellen bewiesen ist.

Die Bienen sind für unsere Nahrungskette enorm wichtig, da ein Großteil aller landwirtschaftlich angebauten Pflanzen eine Bestäubung durch die Honigbiene benötigen.

Hier finden Sie weitere Informationen und können Ihre Stimme für ein Verbot von Pestizide der Gruppe Neonicotinoide stimmen.

Um sich im Vorfeld einen Überblick zu verschaffen, können Sie sich gerne die folgenden Zeitungsartikel anschauen.

Pestizide für Bienensterben verantwortlich

Fataler Pflanzenschutz

Bienensterben- Wie kannn man es stoppen?

Hier finden Sie noch einen interessanten Artikel, der auch die Auswirkungen von Pestiziden auf den Mensch erwähnt.

Da ich ein gutes Verhältniss zu den Landwirten in der Umgebung meiner Bienenstände habe, hatte ich noch nie Probleme. Ein so toxischer Wirkstoff gehört jedoch defenitiv nicht in die Natur.

Ich selbst habe meine Stimme (noch) nicht abgegeben,ada mir noch nicht klar ist, was der Wirkstoffgruppe Neonicotinoide nachfolgt. Ich möchte das Rad nicht in Richtung Gentechnik weiterdrehen.