Chance auf gentechnikfreies Deutschland?

In den Koalitionsverhandlungen hat die SPD, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Ihre Position bezüglich der Agro-Gentechnik verändert. Die Partei schwenkt nun auf die Seite der CSU um und möchte sich für ein gentechnikfreies Deutschland einsetzen.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Zulassung des Genmaises „DuPont-Genmais 1507“ durch die Europäische Kommision, besteht nun die Möglichkeit das Verbot von Agro-Gentechnik in den Koalitionsvertrag aufzunehmen.

Stimmen Sie hier dafür.

Warnung vor Pflanzenschutzmittel

Systematische Pflanzenschutzmittel wirken von innen heraus: Durch das behandelte Saatgut verteilt die wachsende Pflanze das Gift während des Wachstums von den Wurzeln bis in die Blattspitzen. Fressen oder saugen nun Schädlinge an der Pflanze, sterben sie. Dieses grundlegende Prinzip gilt auch für die Gruppe der Neonicotinoide.

Der in diese Gruppe gehörende Wirkstoff Clothianidin wird für das große Bienensterben im Jahr 2008 verantwortlich gemacht, als Landwirte Mais säten, und Clothianidinstaub in die Natur gelangte.

Nützlinge sollen angeblich von dem Gift verschont bleiben. Doch auch Bienen kommen mit dem Gift über Pollen und Nektar in Kontakt. Auch die bisher wenig erforschten Gutationstropfen, die Pflanzen über Stängel und Blattoberseiten abgeben, enthalten dieses Gift. Auch diese werden von Insekten, darunter Honigbienen und Wildbienen, aufgenommen.

Nun hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach Abschluss einer Untersuchung vor drei Insektiziden aus dieser Gruppe gewarnt. Inhalt der Untersuchung, die von der Europäischen Komission in Auftrag gegeben wurde, war, die kurz- und langfristigen Folgen auch nicht tödlicher Mengen für Bienenvölker und Larven zu prüfen, sowie mögliche Auswirkungen auf das Verhalten der Insekten.

Obwohl die Studie noch nicht abgeschlossen ist, haben die EFSA- Mitabreiter bereits etliche Risiken für Bienen und Insekten aufgedeckt.

Die EU-Kommission will nun die Hersteller der nikotinhaltigen Gifte schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern und das Thema Ende Januar mit den EU-Ländern diskutieren.

Stoppt das Bienensterben

Unter diesem Titel läuft hier momentan eine Unterschriftenaktion, in der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner aufgefordert wird den Widerstand gegen einen Vorschlag der EU für eine Umgestaltung der Agrarsubventionen aufzugeben.

Die EU- Kommsion möchte zukünftig nur noch landwirtschaftliche Betriebe fördern, die mindestens sieben Prozent ihrer Ackerflächen ohne Pestizide und ökologisch sinnvoll bewirtschaften. Damit wäre aus unserer Sicht ein erster Schritt getan um dem vorherrschenden Nahrungsmangel für viele Insekten zu bekämpfen.

Unzurreichende Ernährung der Bienenvölker aufgrund von Monokulturen scheint ein großer Faktor beim Bienensterben zu sein.

Hier geht es zur Aktion:

Stoppt das Bienensterben

 

 

Bienenfreundlich hergestellt

Auf der Apimonda wurde in diesem Jahr das Siegel „Certified bee friendly“ vorgestellt. Damit soll ab 2012 für Erzeugern von landwirtschaftlichen Produkten, die den Bienenschutz gezielt mit einbeziehen, die Möglichkeit gegeben werden öffentlichkeitswirksam zu werben.

Durch die starke Industrialisierung der Landwirtschaft wird das Umfeld für die Honigbiene zunehmend schwieriger. Eine Trendwende wäre für uns Imker wünschenswert und vielleicht ist das neue Siegel ein guter Anfang.

Im Bereich der Milchwirtschaft, hat sich das verwandte Siegel „Faire Milch„, zumindest bei uns in Süddeutschland schon einen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Bleibt abzuwarten, ob sich ähnliches auch auf die Bienen übertragen lässt.

 

 

 

Maisanbau in Deutschand

Mais ist eine zerrende Pflanze, die viel Wasser und Stickstoff zum Wachstum benötigt. Ein Aufbau des wichtigen Humus im Boden ist laut Studien kaum möglich. Unter den Maispflanzen ist nackter Boden, der bei Wind oder Regenfällen stark errosiongefährdet ist. Für Insekten und Vögel bietet der Maisanbau in großen Monokulturen keine Nahrung- und damit keine Lebensbedinungen. Da die Maissilage einen hohen Energieanteil besitzt, maschinell und billig geerntet werden kann wurde Sie in den letzten Jahrzehnten zunehmend zu Verfütterung für Milchvieh und zur Bullenmast eingesetzt. Mit dem Biogasboom nimmt die Maisanbaufläche jedoch in den letzten Jahren rasant zu- mit Auswirkungen für die Natur und die Umwelt. So stieg die Maisanbaufläche in Baden- Württemberg von 2006 – 2010 um 31%. Damit liegt Baden Württemberg noch etwas unter dem bundesweiten Durchnitt von 38%.

Eine bedenkliche Zunahme.

Der Einsatz von alternativen Energielieferanten wie der Becherpflanze, dem Switchgras und des ungarischen Energiegras sind laut Herbert Geißendörfer, Leiter der Abteilung Pflanzenbau und Versuchswesen in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf (Landkreis Ansbach) auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant und bringen einen Mehrwert für Mensch und Natur.