Endlich kalt

Seit Mitte Januar haben wir bei uns auf dem Schurwald Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die extremen Temperaturschwankungen mit Höchstwerten um 20°C vor Weihnachten und Anfang Januar scheinen erstmal vorbei. Das ist gut für die Bienenvölker, den nun sitzen Sie eng zusammen, schränken Ihre Bruttätigkeit wieder ein wenig ein und verbrauchen damit auch deutlich weniger Ernergie. Das spart Futter, schont die Kotblase und damit die Gesundheit.

Aus der Erfahrung heraus sind gleichbleibend kalte Temperaturen für die Bienenvölker wesentlich besser zum überwintern als Temperaturen von 0 bis 10°C. Momentan sieht es also, nach dem zu warmen Spätjahr 2014 ganz gut aus.

Führung am Bienenstand

An den letzten beiden Wochenenden hatten wir wieder einmal Führungen am Bienenstand angeboten. Der direkte Kontakt mit einem Bienenvolk war nahezu allen Besuchern neu. Nach vielen Fragen, und frischem Honig direkt aus dem Bienenvolk waren die jeweils ca.90 Minuten sehr kurzweilig. Gestochen wurde mal wieder niemand.

Ein paar nette Aussagen und Fragen:

1.) Ach,Honig kommt von Bienen

2.) Warum sind die Bienen gestreift?

3.) Können Bienen stechen?

4.) Fett cool so ne Bienenvolk.

5.) Was ist der Unterschied zwischen einer Biene und meinem Hamster?

Eine ernsthafte Antwort hatte ich nicht auf alle Fragen parat 🙂

Schwarmsaison 2014

Der Mai ist die Zeit in der sich die Bienenvölker durch Ihren natürlichen Scharmtrieb vermehren.  Da ein ausgezogener Bienenschwarm alleine nicht in der Natur überleben kann, ist es schon aus tierethischen Gründen angebracht diesen zu verhindern oder den Schwarmtrieb andersweitig, zum Beispiel zur Jungvolkbildung zu nutzen.

Dafür, dass Bienenvölker nicht mehr ohne Hilfe in der Natur überleben können ist zum einen die Varroamilbe, aber auch mangelnde Nektarquellen im Spätjahr verantwortlich.

Dieses Jahr ist wieder ein Jahr, in dem überdurchschnittlich viele unserer Bienenvölker in Schwarmstimmung gekommen sind. Ein Grund ist sicherlich das gute Wetter im Frühjahr, bei dem sich die Völker sehr gut entwickeln konnten.

 

Bienen sind gesund

Wer Bienenvölker verstellen möchte benötigt hierfür in Baden-Württemberg eine „Gesundheitsbescheinigung für Bienenvölker„. Hierzu werden die Bienenvölker von einem amtlich bestellten Bienensachverständigen untersucht.

Seit Ende letzter Woche ist es nun amtlich: Unsere Bienenvölker sind „frei von Erscheinungen, die auf das Vorhandensein einer anzeigepflichtigen Bienenseuche schließen oder Ihren Ausbruch befürchten lassen. “
Hauptsächlich geht es hier um die Amerikanische Faulbrut. Ein hoch ansteckendes Bakterium, welches im Regelfall den Tod der Bienenvölker bedeutet. In anderen Ländern der Welt wird diese mit Antibiotikum behandelt, bzw. latent unterdrückt. In Deutschland hingegen ist dies zum Glück nicht zulässig. Die Seuche kann jedoch auch durch Honig von anderen Imkern übertragen werden, aus diesem Grunde sollten Bienen niemals mit fremdem Honig gefüttert werden. Ein Glas infizierter Honig kann ausreichen um die amerikanische Faulbrut auszulösen.

Eine Bienenkrankheit die es also in sich hat.

Mais kann Bienen schädigen

In der heiße Debatte um die Zulassung einer Genmaissorte in Europa hat die EU-Lebensmittelbehörde nun ihre  Unbedenklichkeitsbescheinigung vom März 2012 für die Maissorte Herculex 59122 des US-Agrochemiekonzernes Dow und Dupont zurückgezogen.

Es geben nun neue „wissenschaftliche Informationen“. Die gerade einmal ein Jahr alte Annahme Honigbienen und Marienkäfer würden durch den Genmais nicht geschädigt, sei so nicht haltbar.

Das kritische Testbiotech- Institut hatte bereits im Vorfeld auf Ungereimtheiten hingewiesen. So schwanke die Giftmenge die von den Maispflanzen produziert werden, was Auswirkungen auf nützliche Insekten haben könnte. Auch seien bei den Untersuchungen gängige Standards bei Fütterungsstudien nicht eingehalten worden.

Die Maissorte Herculex setzt mehrere Insektizide frei und ist zugleich tolerant gegen das Totalherbizid Glufosinat.

 

 

 

 

 

Bienenhunger

Bienenvölker können im Winter nahezu ausschließlich von dem im August/ September eingelagerten Winterfutter zehren. Bei uns sind dies ca. 12-17 kg Biozucker. Der Futterverbrauch einen Bienenvolkes hängt von zwei maßgeblichen Faktoren ab:
Zum einem dem Witterungsverlauf, je kälter desto mehr müssen die Bienen „heizen“ um eine lebensfähige Temperatur in der Bienentraube zu halten.

Zum anderen hat natürlich die Größe eines Bienenvolkes erheblichen Einfluss auf den Futterverbrauch. Hier gibt es zum Teil deutliche Unterschiede.

Nach einer Brutpause fangen die meisten Bienenvölker in der Regel um Weihnachten wieder mit dem brüten an. Spätestens ab dann sieht man regelmäßig einzelne Bienen zum Wasserholen ausfliegen. Dies ist zwar oft ein Selbstmordkommando, aber für die Brutpflege ist Wasser unerlässlich. In normalen Jahren beginnt dann meist im Januar mit dem Haselnuss auch wieder der erste Eintrag von Pollen. Bis zum ersten nennenswerten Nektarfluß wird es hingegen noch nahezu 12 Wochen dauern.

Den Bienen geht es gut

Bei den für Ende Oktober überraschend hohe Temperaturen können die Bienen nochmals richtig Pollen sammeln und so die Vorräte für den Winter noch einmal aufzustocken. Hauptsächlich Efeu und Phacelia werden von unseren Bienen gerade beflogen.

Die letzten Tage habe ich noch einmal zu einer der letzten Völkerdurchsichten genutzt. Dabei wurden schwache Völker miteinander vereinigt um die Überwinterung zu sichern. Zum Schutz vor ungeliebten Gästen sind nun auch die Mäusegitter angebracht. Dabei habe ich mir auch den (hoffentlich) letzten Bienenstich in diesem Jahr eingefangen.

Der nächste Schritt an den Bienen wird die Behandlung gegen die Varroamilbe mit Oxalsäure sein. Der Zeitpunkt wird wie so vieles in unserem Beruf von der Natur vorgegeben: Drei Wochen nach den ersten Frösten sind die Bienenvölker brutfrei, nur dann wirkt die Behandlung.