Freihandel für Agro-Gentechnik?

Im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellte Testbiotech einen Bericht der sich mit den Auswirkungen des momentan verhandelten Freihandelsabkommen CETA und TTIP auf EU-Regelungen im Bereich der Landwirtschaft und somit auch im Bereich des Umwelt- und Verbruacherschutzes beschäftigt.

Entgegen der öffentlichen Verlautbarungen aus Berlin und Brüssel, kommt dieser Bericht zu dem Ergebnis, dass nach aktuellem Verhandlungsstand es zu einer Absenkung der Standarts für Umwelt- und Verbraucherschutz im Bereich der Agro- Gentechnik kommt.

Hinzu kommen noch weitere sehr kritische Themen wie Klonen von Tieren, Investorenschutz, Sonderklagerechte, Mitbestimmungsrechte der Industrie bei Risikobewertungen, Patentierung …., welche im TTIP und CETA verhandelt werden.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Internetseite Testbiotech

 

 

 

Antibiotikaeinsatz

Immer mehr Menschen sterben an Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Ein Grund sich einmal mit den verschiedenen Einsatzgebieten außerhalb der Humanmedizin zu beschäftige.

Vor allem die Massentierhaltung steht im Verdacht eine Brutstätte für resistente Bakterien zu sein.

In hermetisch abgeriegelten Ställen werden auf engstem Raum mehrere hundert, oder gar tausende Tiere gehalten. Eine Infektion kann sich hier ungehindert ausbreiten. Aus diesem Grunde wird auch vorbeugend schon Antibiotika zum Beispiel dem Trinkwasser bei Schweinen und Hühnern zugemischt.

Bei jeder Infektion gibt es ein immer Keime die gegen Antibiotika resistent sind, und welche die Behandlung überleben. Bei einer dauerhaften Gabe werden diese resistenten Bakterien immer weiter „gezüchtet“ und nehmen überhand. Aus diesem Grunde lernt man schon als Kind, das Antibiotika die der Arzt verschrieben hat, genau nach Vorschrift eingenommen werden sollen.

In Niedersachsen, mit seinen riesigen Mastställen werden die resistenten Keime- vor allem MSRA mittlerweile sehr häufig gefunden. So sind Nachweise des Keimes der vermutlich bereits jetzt schon tödliche Infektionen größeren Ausmaßes verursacht in Krankenhäusern, im Boden und auch auf Menschen erbracht worden. Ein Kratzer in der Haut zum eindringen, zur Infektion und letztendlich zum Verlust der Hand oder dem versagen von Organen führen. .

Einige Experten warnen jetzt davor Fleisch aus Massentierhaltung ohne Einweghandschuhe in der Küche zu verarbeiten.

Wie konnte es soweit kommen?

Die Ursachen sind sicherlich im Wunsch nach billigem und vielem Fleisch sowie Lobbyismus zwischen Agrarindustrie und Politik zu suchen.

Andere Länder sind hier schon weiter:

In Dänemark wird ein Gesetz verabschiedet, das Kindern und Jugendlichen aus gesundheitlichen Gründen den Zutritt zu großen Masttierställen verbietet. Auch die Ausgabe der Antibiotika an die Landwirte wurde streng reglementiert.

Eine Gefahr die lange unterschätzt wurde, und die in letzter Zeit in immer mehr Medien aufgegriffen wird. So berichtete die Zeit auch über eine Untersuchung des BUND: Neun von Zehn Putenfleischproben sind mit multiresistenten Keimen belastet.

Betrachten wir auch die weltweiten Innereien unter dem Gesichtspunkt von Antibiotikaeinsatz.

In Deutschland ist der Einsatz von Antibiotika in der Bienenhaltung zum großen Glück nicht erlaubt. Das andere extrem finden wir in den USA. Um die durch ein Bakterium verursachte Amerikanische Faulbrut zu bekämpfen wird hier dem Futter regelmäßig Antibiotika beigemischt. Die Erreger werden somit immer wieder unter die Schadschwelle der klinischen Symptome gedrückt. Genau diese andauernden Gaben fördern Resistenzen. Auch in anderen Ländern ist Antibiotika zum Behandeln der Bienenvölker zugelassen und wird auch angewandt.

In Deutschland werden befallene Bienenvölker abgetötet. Da die Anzahl nicht allzu groß ist ist dieser Weg im Vergleich zur konstanten Antibiotikagabe auch ethisch noch vertretbar.

Durch diese Vorgehensweise sind die Imkerei in Deutschland auch frei von Antibiotika. Antibiotikarückstände in deutschem Honig konnten nur über ein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Feuerbrand hervorgerufen werden. Dieses ist aber zum Glück seit diesem Jahr nicht mehr zugelassen.

Wesensgemäße Tierhaltung

Seit Beginn unserer Imkerei ist uns auch das wohlbefinden der Bienenvölker sehr wichtig. Aus diesem Grunde imkern wir nach der EU-Bio-Verordnung, aber eben auch nach unserer eigenen Philosophie, welche zum Beipiele lange Bienentransporte ausschließt.

Nun gehen wir den konsequenten Schritt weiter und ermöglichen den Bienen zukünftig vermehrt Ihre Waben im Naturbau zu errichten. Das bedeute die Bienen bauen Ihre Waben komplett selbst und bekommen nicht vom Imker das Zellenmaß vorgegeben. Auch werden wir zukünftig mit größeren Waben arbeiten. Dadurch wird es den Bienenvölkern ermöglicht ein ungeteiltes Brutnest einzurichten. Dies entspricht der natürlichen Bauweise eines Bienenvolkes.

Bienen langsam winterfest

In diesem Jahr wintern wir soviele Bienenvölker ein, wie noch nie zuvor. Die Wirtschaftsvölker sind seit ein paar Tagen fit für den Winter. Das heißt vor allem sie haben ausrreichend Futter eingelagert um bis zur Obstbaumblüte im April nicht zu hungern und das die Behandlung gegen die Varroamilbe erfolgreich war. Bei den Jungvölkern hat das kalte Wetter der vergangenen Tage dazu geführt, dass noch nicht ausrreichend Winterfutter eingelagert wurde. Dies wird nun hoffentlich an den angekündigten warmen Tagen erfolgen, so dass wir auch hier vor Ende September noch eine Behandlung gegen die Varroamilbe vornehmen können.

Unabhänige Risikobewertung von GVO

Seit Anfang der Woche ist eine Petition an den Deutschen Bundestag online, welche die unabhänige Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen zum Inhalt hat. Bis 11. Juni sind 50.000 Unterschriften notwendig, damit sich der Bundestag mit dem Thema befasst.

In der Petition wird die Überprüfung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von fünf Bundesforschungsinstituten und -behörden gefordert, welche eigentlich die unabhänige Bewertung der Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen und Pflanzenschutzmitteln vornehmen sollen.

Bis hinauf in die Führungsebene sollen die namentlich u.g. Einrichtungen intensiv mit der Agrarindustrie verflochten sein. Hierdurch ist die Neutralität zweifelhaft. Als Beispiel führt  Testbiotech e. V. als Initiator der Petition aus,  dass beispielsweise der Leiter des Julius-Kühn-Institut selbst ein Patent auf gentechnisch veränderte Pflanzen angemeldet habe und jahrelang die International Society for Biosafety Research leitete, deren Konferenzen von Konzernen wie Monsanto gesponsert werden.

Folgende Institute und Behören sollen überprüft werden:

Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius-Kühn-Institut, JKI), das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Und hier geht es zur Petition.

 

 

 

 

Bundesrat will uns Imkern helfen

Honig der gentechnisch veränderte Pollen enthält darf  in Deutschland nicht verkauft werden. Diese Grundsatzentscheidung des EuGH (Honigurteil) vor 14 Monaten schränkte vor allem den Verkauf von Importhonigen ein.

Aktuell liegen neue Pläne der EU-Kommission auf dem Tisch, wonach Pollen so umdefiniert werden sollen, dass der Honig auch mit gentechnisch veränderten Pollen verkauft werden darf.

Nun hat sich der Bundesratvor alle Verbraucher gestellt, die natürliche Lebensmittel bevorzugen und die Regierung aufgefordert, sich für einen Schutz des Honiges vor Gentechnik einzusetzen (siehe auch hier).

Wir als Bioimkerei sind hier natürlich auf der Linie der Skeptiker, für uns in die Gentechnik in der aktuellen Form nicht zu verantworten und aus diesem Grunde haben GVO- Pollen in Honig und gar im ganzen Bienenvolk nichts zu suchen. Schließlich stehen GVO-Pollen sogar im Verdacht das Bienensterben mit zu verursachen.

 

Bio- Zucker 2012

Nun ist auch für dieses Jahr unser Bio- Zucker angeliefert worden. Diesen Zucker verwenden wir als Winterfutter für die Bienen. In Wasser  aufgelöst verabreichen wir bis zu 20 kg/ Bienenvolk nach der letzten Honigernte im August. Eine Besonderheit bei uns Bio- Imkern ist das hinzumischen von Honig. Laut Verordnung müssen wir unseren Bio- Bienen, im Gegensatz zu konventionellen Imkern min. 10% Honig mit in den Winter geben. Da wir an das Gute im Honig glauben, geben wir unseren Bienenvölkern deutlich mehr Honigvorrat mit in den Winter. Das ist natürlich auch ein Kostenfaktor. Konventioneller Winterfutter kosten ca. 1,20 Euro/ kg, unser Biozucker ca. 2 Euro/ kg und Honig ist hier natürlich noch weit wertvoller, besitzt jedoch auch unbezahlbare Inhaltsstoffe.

Bei unserer Betriebsgröße bestellen wir den Bio- Zucker für unsere Bienen immer palettenweise und da ist es einfach geschickt auf unseren alten Zettelmeyer Radlader zurückgreifen zu können. Nach rund 50 Jahren Einsatz sieht er zwar nicht mehr ganz so frisch aus, aber die Funktion ist tadellos.

Honig der kein Honig ist

Bei einer Untersuchung stellte das Palynology Research Laboratory in den USA fest, dass 75% der in den US verkauften Honiges nicht mehr viel mit dem Produkt aus dem Bienenvolk gemein hat.

Auch in den USA kommt, wie in Deutschland ein ein großer Teil des Honiges aus Argentinien, Mexico und Indien. Hier gelten ganz andere Gesetze, die zum Teil lange nicht an die strengen Deutschen Richtlinien und Vorschriften für Honig herankommen.

Vor allem Honig aus Indien fällt öfters durch Bleibelastungen auf: Die Europäische Gesundheitsbehörde stellte in 2010 und 2011 in 23% von 362 Proben indischen Honiges Blei und min. zwei Arten von Antibiotika fest. Nach Genpollen suchte die baden- württembergische Lebensmittelüberwachung und wurde auch hier bei Auslandshonigen fündig.

Über die, in der Industrie eingesetzte Druckfilterung von Honig hatte ich hier ja bereits geschrieben. Heraus kommt ein pollenfreier Dicksaft. Sollte dieser sich noch Honig nennen dürfen?

Mit dem Bio- Honig von uns hat dieses Produkt nicht mehr viel gemein. Sollten Sie Honig also wegen der ihm nachgesagten positiven Eigenschaften kaufen, sollten Sie dies beim einheimischen Imker tun.