Freihandel für Agro-Gentechnik?

Im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellte Testbiotech einen Bericht der sich mit den Auswirkungen des momentan verhandelten Freihandelsabkommen CETA und TTIP auf EU-Regelungen im Bereich der Landwirtschaft und somit auch im Bereich des Umwelt- und Verbruacherschutzes beschäftigt.

Entgegen der öffentlichen Verlautbarungen aus Berlin und Brüssel, kommt dieser Bericht zu dem Ergebnis, dass nach aktuellem Verhandlungsstand es zu einer Absenkung der Standarts für Umwelt- und Verbraucherschutz im Bereich der Agro- Gentechnik kommt.

Hinzu kommen noch weitere sehr kritische Themen wie Klonen von Tieren, Investorenschutz, Sonderklagerechte, Mitbestimmungsrechte der Industrie bei Risikobewertungen, Patentierung …., welche im TTIP und CETA verhandelt werden.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Internetseite Testbiotech

 

 

 

Gentechnik in der EU?

Es steht mal wieder eine Entscheidung auf EU-Ebene an. Diesmal geht es darum, dass einzelne Staaten den Anbau von gentechnisch veränderte Organismen verbieten können. Da es auf EU-Ebende zu keinem Verbot kam, zumindest eine kleine Hoffung. Aber wieso sollen die Konzerne die mit GVO Geld verdienen in den Prozess eingebunden werden?

Eine Petition zu diesem Thema gibt es hier.

Mais kann Bienen schädigen

In der heiße Debatte um die Zulassung einer Genmaissorte in Europa hat die EU-Lebensmittelbehörde nun ihre  Unbedenklichkeitsbescheinigung vom März 2012 für die Maissorte Herculex 59122 des US-Agrochemiekonzernes Dow und Dupont zurückgezogen.

Es geben nun neue „wissenschaftliche Informationen“. Die gerade einmal ein Jahr alte Annahme Honigbienen und Marienkäfer würden durch den Genmais nicht geschädigt, sei so nicht haltbar.

Das kritische Testbiotech- Institut hatte bereits im Vorfeld auf Ungereimtheiten hingewiesen. So schwanke die Giftmenge die von den Maispflanzen produziert werden, was Auswirkungen auf nützliche Insekten haben könnte. Auch seien bei den Untersuchungen gängige Standards bei Fütterungsstudien nicht eingehalten worden.

Die Maissorte Herculex setzt mehrere Insektizide frei und ist zugleich tolerant gegen das Totalherbizid Glufosinat.

 

 

 

 

 

Bundestag stimmt für Zulassung von Genmais

Auf Ihrem Parteitag vor zwei Wochen hatte die SPD noch gegen eine Zulassung plädiert. Ute Vogt erklärte hier, dass die Menschen in Deutschland keine Gentechnik in Lebensmittel wollen.

Auf der Abstimmung Ende Januar im Bundestag stimmten dennoch neben nahezu allen CDU-Abgeordneten auch nahezu alle SPD Anhänger für eine Zulassung. Einzig die Grünen und die Linke stimmten dagegen.

Damit vertritt der Bundestag eine Meinung die von der Mehrzahl der Bevölkerung, nicht unterstützt wird. Auch der Bauernverband und das Europäische Parlament lehnen den Anbau ab.

Selbst die SPD und CSU sind gegen eine Anbauzulassung.
Um auf europäischer Ebene doch noch ein Anbauverbot durchzusetzen bedarf es ein klares Nein der deutschen Regierung. Dies ist noch möglich. Hier können Sie zum Beispiel auch einen Protestbrief senden.

Genmais ja oder nein?

Einen offiziellen Standpunkt der Bundesregierung zu Anbauzulassungen gentechnische veränderter Maispflanzen steht nach wie vor aus.

Die Meinungen der verschiedenen Ressorts zu diesem Thema ist sehr unterschiedlich. Das Wirtschaftsministerium (SPD) lehnt eine Zulassung strikt ab, ebenso wie die das ebenfalls SPD geführte Umweltministerium und das von der CSU geleitete Landwirtschaftsressort. Das Gesundheitsministerium  (CDU) zieht sich auf die Aussage zurück, dass keine „gesundheitliche Gefährdung“ nachweisbar sei. Das ebenfalls CDU geführte Forschungsministerium hält Genmais für unbedenklich.

Für eine einheitliche Meinung der Bundesregierung wird es langsam höchste Zeit. Den, sollte sich im Rat der europäischen Union bis zum 12.02. keine qualifizierte Mehrheit gegen eine vom amerikanischen Hersteller beantragte Zulassung eines Gen-Maises in Europa finden, will Ihn die EU-Kommission zulassen.

 

 

Chance auf gentechnikfreies Deutschland?

In den Koalitionsverhandlungen hat die SPD, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, Ihre Position bezüglich der Agro-Gentechnik verändert. Die Partei schwenkt nun auf die Seite der CSU um und möchte sich für ein gentechnikfreies Deutschland einsetzen.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Zulassung des Genmaises „DuPont-Genmais 1507“ durch die Europäische Kommision, besteht nun die Möglichkeit das Verbot von Agro-Gentechnik in den Koalitionsvertrag aufzunehmen.

Stimmen Sie hier dafür.

Unabhänige Risikobewertung von GVO

Seit Anfang der Woche ist eine Petition an den Deutschen Bundestag online, welche die unabhänige Bewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen zum Inhalt hat. Bis 11. Juni sind 50.000 Unterschriften notwendig, damit sich der Bundestag mit dem Thema befasst.

In der Petition wird die Überprüfung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von fünf Bundesforschungsinstituten und -behörden gefordert, welche eigentlich die unabhänige Bewertung der Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen und Pflanzenschutzmitteln vornehmen sollen.

Bis hinauf in die Führungsebene sollen die namentlich u.g. Einrichtungen intensiv mit der Agrarindustrie verflochten sein. Hierdurch ist die Neutralität zweifelhaft. Als Beispiel führt  Testbiotech e. V. als Initiator der Petition aus,  dass beispielsweise der Leiter des Julius-Kühn-Institut selbst ein Patent auf gentechnisch veränderte Pflanzen angemeldet habe und jahrelang die International Society for Biosafety Research leitete, deren Konferenzen von Konzernen wie Monsanto gesponsert werden.

Folgende Institute und Behören sollen überprüft werden:

Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius-Kühn-Institut, JKI), das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Und hier geht es zur Petition.

 

 

 

 

Warnung vor Pflanzenschutzmittel

Systematische Pflanzenschutzmittel wirken von innen heraus: Durch das behandelte Saatgut verteilt die wachsende Pflanze das Gift während des Wachstums von den Wurzeln bis in die Blattspitzen. Fressen oder saugen nun Schädlinge an der Pflanze, sterben sie. Dieses grundlegende Prinzip gilt auch für die Gruppe der Neonicotinoide.

Der in diese Gruppe gehörende Wirkstoff Clothianidin wird für das große Bienensterben im Jahr 2008 verantwortlich gemacht, als Landwirte Mais säten, und Clothianidinstaub in die Natur gelangte.

Nützlinge sollen angeblich von dem Gift verschont bleiben. Doch auch Bienen kommen mit dem Gift über Pollen und Nektar in Kontakt. Auch die bisher wenig erforschten Gutationstropfen, die Pflanzen über Stängel und Blattoberseiten abgeben, enthalten dieses Gift. Auch diese werden von Insekten, darunter Honigbienen und Wildbienen, aufgenommen.

Nun hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach Abschluss einer Untersuchung vor drei Insektiziden aus dieser Gruppe gewarnt. Inhalt der Untersuchung, die von der Europäischen Komission in Auftrag gegeben wurde, war, die kurz- und langfristigen Folgen auch nicht tödlicher Mengen für Bienenvölker und Larven zu prüfen, sowie mögliche Auswirkungen auf das Verhalten der Insekten.

Obwohl die Studie noch nicht abgeschlossen ist, haben die EFSA- Mitabreiter bereits etliche Risiken für Bienen und Insekten aufgedeckt.

Die EU-Kommission will nun die Hersteller der nikotinhaltigen Gifte schriftlich zu einer Stellungnahme auffordern und das Thema Ende Januar mit den EU-Ländern diskutieren.