Erstes Honigglas kehrt zurück

Heute erhielt ich von einem Kunden eine “Rarität” zurück. Eines unserer ersten Honiggläser.

Als ich vor ein paar Jahren mit der Imkerei anfing, füllte ich den Honig meiner ersten Bienenvölker in die Gläser mit dem gelben Deckel ab. Die Etiketten gab und gibt es noch immer bei einem Händler für Imkereibedarf von der Stange.

Ausschlaggebend war für mich damals eine wiedererkennbares “eigenes” Glas zu haben und den Honig nicht in den bekannten Gläsern des Deutschen Imkerbundes mit goldenem Deckel abzufüllen.

Erst in den letzten Tage habe er das Glas leergemacht und der Honig sei noch “pfundsgut” gewesen. Das ist doch schön, das Glas bekommt nun einen Ehrenplatz, auch wenn es deutlich gelitten hat.

Mittlerweile hat sich doch einiges geändert. Grundlegend ist sicherlich die Bio- Zertifizierung unserer Imkerei und auch bei den Honigetiketten haben wir den damals schon eingeschlagenen Weg weiterverfolgt.

Unser Honig ist gefragt

Mit Beginn der kühleren Jahreszeit stieg die Nachfrage nach unserem Bio-Honig deutlich an und bewegt sich seitdem auf konstant hohem Niveau. Kistenweise geht unser Honig im Moment an vier Wiederverkäufer und Selbstabholer in der Region, oder als Paket nach ganz Deutschland.

In unserem Honiglager stehen die dicht verschlossenen und mit dem Datum der Schleuderung/ Chargennummer und unserer Bienenstandsnummer beschrifteten Honigeimer dicht an dicht. Dieser kühle,dunkle und saubere Raum dient uns zur Zwischenlagerung des Honigs bis zur Abfüllung in die Gläser.

 

Wer wird Weihnachtsmeister?

Momentan bereiten wir uns auf das vorweihnachtliche Geschäft vor. Da gilt es bei der Abfüllung von Honig auch die ungefähre Absatzmenge zu schätzen, schließlich wollen wir nicht Unmengen von abgefüllten Honigläsern die nächsten Monate in unseren ohnehin schon beengten Räumen stehen haben.

Und genau hier- beim Abfüllen ist gestern eine Diskussion über die vor Weihnachten noch benötigten Mengen unseres Prinzessinenhoniges und unseres Stuttgarter Stadthonig entbrannt. Schauen wir einmal wie das Rennen ausgeht…

Ich habe auf unseren Stuttgarter Stadthonig gesetzt. Aber da der Prinzessinenhonig zum ersten Mal im Rennen ist und sicherlich auch ein schönes Weihnachtsgeschenk ist, bin ich mir hier nicht wirklich sicher.

Die zwei heißen Anwärter:

 

Die Biene und das Biest im Winter

Ende November bis Mitte Dezember steht eine der wichtigsten arbeiten am Bienenstand an: Die Winterbehandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe. Ohne Behandlung würden die Bienenvölker den Druck des aus Asien eingeschleppten Parasiten nicht lange standhalten und eingehen.

Jetzt in der brutfreien Zeit der Bienenvölker, fern der nächsten Honiggewinnung behandeln wir unsere Bienenvölker mit Oxalsäure. Die organische Oxalsäure ist ein natürlicher Bestandteil von Honig und z.B. auch von Rhabarber und für uns als Bio- Imker das bevorzugte Mittel.

Die Wahl des Zeitpunktes ist für uns sehr wichtig. Zum einen benötigen wir einen möglichst frühen Zeitpunkt um keine erhöhten Werte im Honig zu haben, auf der anderen Seite benötigen wir zur besseren Wirksamkeit brutfreie und enge Bienenvölker.

Brutfrei sind unsere Bienenvölker in der Regel 3 Wochen nach der ersten Frostperiode und einen engen Sitz haben unsere Bienenvölker bei einer Temperatur um oder unter dem Gefrierpunkt.

Aufgrund der momentanen Witterung werden wir in den beiden kommenden Wochen unsere Bienenvölker behandeln.

Neue Honigsorten im Shop

In diesem Jahr hatten wir dank unserer steigenden Anzahl von Bienenvölker die Möglichkeit mehere verschiedene Standorte zu nutzen. Nun im Herbst ist die Zeit gekommen den vor einige Monaten geschleuderten Honig in das Glas zu füllen.

Neu in diesem Jahr ist das alle unsere Honige nun Bio zertifiziert sind und mit dem Stuttgarter Stadthonig und unserem Prinzessinenhonig haben wir auch zwei Neue im Sortiment.

Neue Kennzeichenregeln für Honig

Die aus unserer Sicht schon lange irreführenden Bezeichnungen “kaltgeschleudert” und “wabenecht” sind nun endlich gestrichen worden.

Seit Ende Juli darf Honig laut dem Deutschen Lebensmittelbuch nicht mehr als “kaltgeschleudert” oder “wabenecht” bezeichnet werden. Die Begründung hierzu spiegelt auch unsere Meinung zu diesem Thema wider: Deutscher Honig wird immer bei Raumtemperatur geschleudert. Das heißt deutscher Honig ist immer kaltgeschleudert und ein besonders hervorheben dieser Eigenschaft ist irreführend. Auch ist jeder Honig “wabenecht”, da die Bienen natürlicherweise Ihren Honig in Waben ablegen. Für uns Imker wäre es eine enorme Arbeitserleichterung wenn die Honigbienen den Honig direkt im Glas ablegen würden, aber das ist wohl nur mein Wunschdenken. 🙂

In Zukunft dürfen Honige mit den Begriffen “Auslese” oder “Premium” ausgezeichnet werden. Diese Bezeichnungen sind nun auch an besondere Qualitäten, wie zum Beispiel den Wassergehalt und die im Labor ermittelten Enzymwerte geknüpft. Für die kleinen Imkerein hat diese neue Regelung den Nachteil, dass Sie Honigproben im Labor untersuchen lassen müssen, um auf der sicheren Seite zu sein. Im Moment kenne ich die Ergebnisse unsere diesjährigen Honiguntersuchungen noch nicht, gehe aber davon aus, dass die meisten unsere Honige die “Premium- Auszeichnung” führen dürften. Ob wir diese Auszeichnungsmöglichkeit dann letztendlich nutzen werden bleibt abzuwarten. Schließlich geht so etwas meist nur über ein Zusatzetikett, welches erst einmal einen Mehraufwand und damit Mehrkosten verursacht. Schauen wir einmal was die Mitbewerber so umsetzen und wie sich die Nachfrage im Markt nach solch beworbenen Honigen entwickelt.

Honigschleuder eingemottet

Die Honigsaison ist für dieses Jahr nun endgültig vorbei. Aus diesem Grunde haben wir heute an unsere Honigschleuder die jährliche Wartung durchgeführt. Nach der Schleuderung von:

Frühjahrsblütenhonig, Rapshonig, Akazienhonig, Lindenhonig, Sommerhonig, Wald- Blütenhonig, Waldhonig und zu guter letzt dem Blütenzauber aus dem Blumenfeld und dem Honig aus dem Heilpflanzengarten hat unsere Honigschleuder nun bis Mai frei.

Sobald unsere neuen Etiketten geliefert wurden, wird auch die diesjährige Ernte zum Verkauf bereitstehen. Dies wird nun langsam Zeit, ist doch die letztjährige Ernte nahezu ausverkauft.

 

Unser Honig soll gentechnikfrei bleiben

Unser Honig soll naturbelassen bleiben. Dazu gehört auch, dass unsere Bienen keine gentechnisch veränderten Pflanzen befliegen.

Damit unsere Bienen auch nicht aus Versehen auf ein Feld mit gentechnisch veränderte Pflanzen fliegen, schauen wir uns in regelmäßigen Abständen das Standortregister des Bundes an. Hier sind die Flächen auf denen GVO angebaut wird eingetragen.

Zum Glück sind dies in Deutschland noch relativ wenige. Wir hoffen das dies auch in Zukunft so bleibt.

Ein Beispiel, warum wir gegen die grüne Gentechnik sind, ist sicherlich die nicht zu gewährleistende Koexistenz. Eine Verunreinigung von anderem Pflanz- und Saatgut ist nicht auszuschließen. Schöne grauenhafte Beispiele finden sich auf den Seiten des Umweltinstitutes München e.V..

Ein Artikel über die unzureichende Üperprüfung von gentechnisch veränderten Organismen finden Sie hier.

Deutscher Honig- gentechnikfrei

Für die Sendung Quintessenz wurden 11 Honige auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) getestet. Das Ergebnis:

– die getesteten deutschen Honige sind frei von GVO

– vier ausländische Honige enthielten ganz klar GVO.

Mal wieder ein Pluspunkt auf der Konto des deutschen Honigs.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier auf den Seiten des WDR.