Bienenvölker sind nun winterfertig

Alle unsere Bienenvölker sind nun bereit für den Winter. Die Behandlung gegen die Varroamilbe ist abgeschlossen und das Winterfutter eingelagert. Die kommenden sonnigen Tage werden wir noch für die ein oder andere Nachschau und Stichprobenkontrolle über den Zustand der Bienenvölker nutzen. Der Befall von Varroamilben war in diesem Jahr sehr unterschiedlich. Wir hatten Bienenvölker bei denen im Vergleich zum letzten Jahr kein nennenswerter Unterschied festzustellen war, aber auch relativ viele sehr stark befallene Völker. Dies hat seine Ursachen vermutlich vor allem am warmen Winter und der damit kurzen Brutpause bei den Bienenvölker, was der Vermehrung der Varroamilbe zugute kommt.

 

Bienenhunger

Bienenvölker können im Winter nahezu ausschließlich von dem im August/ September eingelagerten Winterfutter zehren. Bei uns sind dies ca. 12-17 kg Biozucker. Der Futterverbrauch einen Bienenvolkes hängt von zwei maßgeblichen Faktoren ab:
Zum einem dem Witterungsverlauf, je kälter desto mehr müssen die Bienen „heizen“ um eine lebensfähige Temperatur in der Bienentraube zu halten.

Zum anderen hat natürlich die Größe eines Bienenvolkes erheblichen Einfluss auf den Futterverbrauch. Hier gibt es zum Teil deutliche Unterschiede.

Nach einer Brutpause fangen die meisten Bienenvölker in der Regel um Weihnachten wieder mit dem brüten an. Spätestens ab dann sieht man regelmäßig einzelne Bienen zum Wasserholen ausfliegen. Dies ist zwar oft ein Selbstmordkommando, aber für die Brutpflege ist Wasser unerlässlich. In normalen Jahren beginnt dann meist im Januar mit dem Haselnuss auch wieder der erste Eintrag von Pollen. Bis zum ersten nennenswerten Nektarfluß wird es hingegen noch nahezu 12 Wochen dauern.

Honigernte abgeschlossen

Langsam aber sicher ist die Honigernte bei uns nun abgeschlossen. Die letzten Honigwaben sind geschleudert. Ein Teil der Bienenvölker sind schon mit einer ersten Futtergabe auf den Winter vorbereitet worden. Jetzt gilt es nach und nach alle Bienenvölker winterfest zu machen. Das heißt vor allem, den Befall durch die Varroamilbe zu überwachen und ggf. einzugreifen und für einen ausreichenden Futtervorrat bis in den April hinein zu sorgen.

 

Das Futter wird knapp

Während dem Frühlingsintermezzo Anfang März haben unsere Bienenvölker das Brutnest stark ausgedehnt. Die darauffolgende Kälteperiode über mehrere Wochen hat die Bienen nun dazu veranlasst das Brutnest wieder zu verkleinern. Das im August eingelagerte Winterfutter ist mittlerweile in der Umgebung des Brutnestes verbraucht. Bei den kalten Temperaturen gelingt es den Bienen als wärmeliebende Insekten meist nicht die Waben zu wechseln und sich so neue Futtervorräte zu erschließen, dies kann zu einem verhungern der Bienenvölker führen.

Das Problem des Futterabrisses war schon vor knapp 200 Jahren ein großes Problem  für Bienenhalter. So sind in den Jahren von 1812-1821 und 1924-1929 laut Literatur große Verluste durch den Futterabriss entstanden. Damals spielte die Varroamilbe noch keine Rolle, aber im März herrschten in diesen Jahren  eisige Temperaturen.

Aus diesem Grunde haben wir heute eine Kontrolle durchgeführt und dabei war bei einigen Völkern tatsächlich ein imkerlicher Eingriff notwendig.

Die einfachste Lösung ist den Bienen einen Batzen Honig auf das Brutnest zu geben. Natürlich ist hierbei darauf zu achten, dass die Bienen nicht im Honig festkleben. Wir nehmen hierzu unseren Honig vom Abschäumen.

Es gibt auch alternativen mit fertigen Futter(zucker)lösungen- nicht aber für uns als Bioimkerei.

Futter HonigFutter Honig 2

Auf dem Bild sieht man die Wintertraube der Bienen und den von uns zugegebenen Honig. Besser wäre es den Honig in die gleiche Wabengasse zu geben in der auch die Bienen sitzen, da der Honig dann leichter für die Bienen erreichbar ist. Dies ist aber bei starken Völkern nicht immer möglich.

Ein vergleichbarer kalter März 2013 ist nun definitiv zu Ende und wir warten was uns der April bringt…

Mariä Lichtmess- (früher) ein wichtiger Tag

Lichtmess wird am 40. Tage nach Weihnachten gefeiert und galt früher in der katholischen Kirche als Ende der Weihnachtszeit.

In der Landwirtschaft begann an Lichtmess früher das neue Wirtschaftsjahr. Hier endete das Dienstboten- und Knechtjahr und der Jahreslohn wurde vollends ausbezahlt. Meist wurden dann bis zum 5. Februar die einzigsten freien Tage gewährt.

Die Feldarbeit konnte unter Umständen schon wieder aufgenommen werden und für das Vieh musste noch die Hälfte des Winterfutters vorhanden sein.

Bei unseren Bienen hat sich hier wenig geändert. Auch diese müssen nun Anfang Februar noch die Hälfte oder gar mehr des Winterfutters besitzen. Den nun wird das Brutnest von Woche zu Woche größer und der Futterverbrauch steigt erheblich gegenüber der brutfreien Zeit im November und Dezember.

Der erste Bienenstich im neuen Jahr

Eigentlich, so steht es in allen Lehrbüchern soll man die Bienen im Januar und Februar in Ruhe lassen. Bei zwei Bienenvölkern habe ich jedoch während der letzten Durchsicht Mitte Dezember einen Futtermangel festgestellt, der sehr gravierend ist. Also haben wir hier heute eine Notfütterung mit eigenem Honig gemacht. Und bei dieser Aktion habe ich heute meinen ersten Bienenstich des Jahres bekommen. Stiche bleiben auch bei unseren sanftmütigen Bienen nicht ganz aus, aber im Normalfall bekomme ich vor den ersten Schwarmkontrolle Mitte Mai keinen Stich und auch dann hält sich deren Zahl im Jahresverlauf in Grenzen, obwohl wir ja nahezu immer ohne Schutzkleidung arbeiten .  Hoffen wir einmal das dies kein schlechtes Omen für das kommende Jahr ist….

 

Klebriger Unfall

Heute hatte ein Kollege von mir besonders Pech: Mitten im Kreisverkehr rutschte ein Teil seiner Ladung Bienenfutter vom Hänger. Es handelte sich hierbei um diese Nachfüllpakete. Als wir noch nicht bio- zertifiziert waren hatte ich diese im Karton verpackten Kunststoffbeutel auch in Verwendung. Eine sehr dickflüssige Maße aus 3 Teilen Zucker und 2 Teilen Wasser.

Das aufplatzen der Beutel auf der Straße verursachte größere klebrige Pfützen. Durch die fahrenden Autos wurden diese Zuckerseen großzügig verteilt. Nach eintreffen der Polizei musste/ durfte unser Kollege mit einem Wassereimer die Straße reinigen. Bei 30°C ein zweifelhaftes vergnügen.  Aber nicht auszudenken, wenn Tausenden von Bienen oder Wespen das schöne Futter auf  der Straße entdeckt hätten…

Bio- Zucker 2012

Nun ist auch für dieses Jahr unser Bio- Zucker angeliefert worden. Diesen Zucker verwenden wir als Winterfutter für die Bienen. In Wasser  aufgelöst verabreichen wir bis zu 20 kg/ Bienenvolk nach der letzten Honigernte im August. Eine Besonderheit bei uns Bio- Imkern ist das hinzumischen von Honig. Laut Verordnung müssen wir unseren Bio- Bienen, im Gegensatz zu konventionellen Imkern min. 10% Honig mit in den Winter geben. Da wir an das Gute im Honig glauben, geben wir unseren Bienenvölkern deutlich mehr Honigvorrat mit in den Winter. Das ist natürlich auch ein Kostenfaktor. Konventioneller Winterfutter kosten ca. 1,20 Euro/ kg, unser Biozucker ca. 2 Euro/ kg und Honig ist hier natürlich noch weit wertvoller, besitzt jedoch auch unbezahlbare Inhaltsstoffe.

Bei unserer Betriebsgröße bestellen wir den Bio- Zucker für unsere Bienen immer palettenweise und da ist es einfach geschickt auf unseren alten Zettelmeyer Radlader zurückgreifen zu können. Nach rund 50 Jahren Einsatz sieht er zwar nicht mehr ganz so frisch aus, aber die Funktion ist tadellos.

Angriff der Mäuse

Mäuse können vor allem im Winter eine ernstzunehmende Gefahr für ein Bienenvolk werden. Auf der Suche nach einem Platz zum überwintern finden Mäuse im Herbst oft in ungeschützten Bienenkästen Unterschlupf. Dort ist es trocken und Nahrung ist ausreichend vorhanden. Für die Bienenvölker führt dieser Gast oft in den Tod. Die ständige Unruhe durch die Maus kostet die Bienen eine Menge Kraft und auch das Winterfutter der Bienen ist dann knapp.

Um das eindringen der Mäuse zu verhindern bringen wir im Herbst ein Maschendraht am Flugloch an. Durch diesen können die Bienen noch ein- und ausfliegen, die Maus hat jedoch keine Chance.

Was für Schäden an Bienen und Material entstehen können, zeigt das folgenden Foto. Hier haben wir das Schutzgitter nicht sorgfältig angebracht und eine Maus gelangte ins „gemachte Nest“.“

 

Futterkontrolle am Bienenstand

Durch den lang anhaltenden schönen Herbst und die sehr kalten Winterwochen mit bis zu -20°C haben unsere Honigbienen sicherlich mehr Futter verbraucht als in den Jahren davor.

Zwar haben wir auch im letzten Jahr die Bienenvölker mit reichlich Winterfutter versorgt, bei dem gestrigen Kontrollgang mussten wir aber feststellen, dass vor allem sehr starke Völker, oder spät gebildete Ableger nahezu Ihren gesamten Futtervorrat aufgebraucht hatten. In normalen Jahren haben die Völker zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend Futter um bis zur Blüte der Kirschen Mitte/ Ende April ohne Not auszukommen.

In diesem Jahr werden wir die Futtervorräte der Bienenvölker mit dem Zuhängen von übrigen Futterwaben, zum Beispiel aus schwachen Völkern ergänzen müssen. Dies werden wir zügig in der kommenden Woche bei angekündigten milden Temperaturen von bis zu 14°C erledigen. Bei diesen Temperaturen sind die Bienen schon aktiver, die Wintertraube sitzt lockerer und das zuhängen der Futterwaben führt damit zu weniger Störung im Bienenvolk.